Gute Stimmung auf der Fachmesse Optatec – Chipindustrie treibt die Nachfrage an
Aufschwung für Anbieter optischer Technologien

Die Anbieter optischer Technologien haben die Talsohle durchschritten. Das ist der Tenor von Unternehmen, die sich vergangene Woche bei der Fachmesse Optatec in Frankfurt/Main trafen.

FRANKFURT/MAIN. Jürgen Henze, Vertriebschef Lasertechnik-Anbieters Linos AG: „Es war mehr los als bei der vorigen Messe 2002. Die Gespräche waren aussichtsreicher.“ Klaus Nowitzki von Optecnet sagt: „Die extreme Zurückhaltung der Kunden ist vorbei.“

Optische Technologien erzeugen und formen Licht, um es nutzbar zu machen. Einsatzgebiete sind zum Beispiel Materialbearbeitung, Informations-, Beleuchtungs- und Displaytechnik, Medizin und Optik. Der Verband deutscher Ingenieure (VDI) schätzt das Marktvolumen auf aktuell 130 Milliarden Dollar. Bis 2014 soll das Wachstum zehn Prozent pro Jahr betragen.

Linos steigerte den Umsatz im ersten Quartal 2004 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 20,9 Millionen Euro und erreichte und erreichte die Gewinnzone. Der Auftragsbestand stieg auf ein Rekordniveau von rund 70 Millionen Euro. „Die Erholung sollte sich im zweiten Quartal fortgesetzt haben“, sagt Analyst Ansgar Rauch von der Nord LB. Linos veröffentlicht die Zahlen Mitte August. Der Aktienkurs hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt.

Hans Szymanski, Chef der Jenoptik Laser, Optik, Systeme GmbH, sagt: „Unsere Kapazitätsauslastung steigt.“ Die Jenoptik-Tochter ist neben Linos mit rund 1000 Mitarbeitern eine der größten Firmen der mittelständisch geprägten Branche. Szymanski: „Wir erwarten, dass der Aufschwung zunächst bis Mitte 2005 trägt.“ Auch Jörg Gehler vom Wagniskapitalgeber DEWB ist optimistisch: „Unsere Beteiligungen sind aus dem Gröbsten raus. Und wir investieren wieder. Die Qualität vieler kleinerer Unternehmen ist gut, und die Preise haben ein vernünftiges Niveau.“

Der stärkste Wachstumstreiber ist die Halbleiterindustrie, gefolgt von digitaler Kameratechnik und Prüf- und Messtechnik. Nur hinter vorgehaltener Hand sagten Firmenvertreter auf der Optatec, dass sie zudem von der Nachfrage des US-Militärs profitieren. Nachtsichtkamera- und Zieltechnik boomten geradezu.

Dennoch herrscht Vorsicht: „Die Angst vor der nächsten Krise ist nach wie vor da“, sagt Szymanski. Am meisten fürchtet die Branche einen erneuten Einbruch der zyklischen Halbleiterindustrie. Wegen dem jüngsten Einbruch nach dem Jahrtausendwechsel schreiben viele Unternehmen noch immer Verluste. Deutschland gilt weltweit als Technologieführer der Branche. Die Exportquote liegt bei über 50 Prozent.

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