Haie
Gefährdete Fressmaschine

Als potenzielle Menschenfresser genießen Haie nicht gerade den besten Ruf. Dabei ist die Gefahr für den Menschen, vom Hai gefressen zu werden, deutlich kleiner als umgekehrt. Ein Drittel aller Haiarten könnte bald vollständig vertilgt sein, warnt eine aktuelle Untersuchung.
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HB GLAND. Ein Drittel aller Haie und Rochen im offenen Meer ist vom Aussterben bedroht. Als Gründe nennt die Weltnaturschutzunion (IUCN) Überfischung oder Tod als sogenannter Beifang bei der Jagd nach Schwert- und Thunfisch. Die IUCN, die die weltweite Liste bedrohter Arten erstellt, veröffentlichte ihre Haistudie am Donnerstag vor Beginn einer Konferenz zum Thunfischfang in Madrid.

An der Studie beteiligten sich Experten von Regierungsbehörden, Universitäten und Umweltorganisationen. Als besonders gefährdet gilt demnach der Große Hammerhai, der Bogenstirn-Hammerhai und der Meeresteufel, der zu den Rochen gehört. Sie haben ein extrem hohes Risiko auszusterben, so die IUCN. Als „hoch“ stuft die Organisation auch das Risiko für den Weißen Hai, den Glatten Hammerhai, den Riesenhai, den Weißspitzen-Hochseehai und den Heringshai ein.

„Trotz wachsender Bedrohung bleiben Haie auf hoher See weiterhin praktisch ungeschützt“, erklärte Sonja Fordham, eine Haispezialistin der IUCN. Wegen der langen Migrationswege der meisten Haie sei ein koordinierter, internationaler Schutzplan dringend erforderlich. Haie sind nach Angaben der IUCN besonders gefährdet, da sie bis zur Geschlechtsreife Jahre brauchen und nur wenige Nachkommen haben.

Eine große Gefahr für die Haie stellt das Finning dar. Dabei werden die Flossen des Hais abgeschnitten, oft bei lebendigem Leib. Die verstümmelten Haie werden dann wieder ins Wasser geworfen, wo sie elend zugrunde gehen. Die Flossen, eine Delikatesse in Fernost, werden vor allem in Asien zu Suppe verarbeitet. Die Praxis ist in internationalen Gewässern verboten, das Verbot wird aber nach Angaben der IUCN kaum überwacht.

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