Handel bekundet Interesse
Riesen-LKW entlastet Straße

Das Land Niedersachsen hat vergangene Woche deutschen Spediteuren eine Sondergenehmigung für den Einsatz des so genannten Giga Liners erteilt. Der Laster mit Übergröße, gefertigt im niedersächsischen Werlte von der Firma Krone, wird unter anderem im Auftrag von Volkswagen Logistics Autoteile von Emden nach Wolfsburg transportieren.

DÜSSELDORF. Ein Giga Liner besteht aus einer Zugmaschine, einem Auflieger und einem zusätzlichen Anhänger. Er misst 25,25 Meter statt bisher maximal 18,75 Meter. Mit bis zu 60 Tonnen Gewicht kann der Laster 14 Tonnen mehr als die bisher größten Fahrzeuge fassen. Zwei Giga Liner transportieren so viele Güter wie drei normale Lastwagen, nehmen aber – Sicherheitsabstand eingerechnet – nur 130 statt 172 Meter Straßenlänge ein.

Dies spart Platz und soll dem drohenden Verkehrskollaps vorbeugen. Nebenbei reduziert das Riesengefährt auch die Transportkosten. Wenn nur noch zwei statt drei Lastwagen unterwegs sind, braucht der Spediteur weniger Fahrzeuge und weniger Fahrer. Tests haben ergeben, dass ein Giga Liner nur 16 statt 19 Liter Diesel verbraucht, um eine Tonne 1 000 Kilometer weit zu transportieren. Mit einem Fassungsvermögen von 150 Kubikmetern kann der 25-Meter-LKW 279 Kühlschränke aufnehmen, in einen herkömmlichen Laster passen nur 180.

Verständlich, dass besonders der Handel großes Interesse an der Zulassung der neuen Lastwagen hat. Jürgen Hasler, Geschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), sagt: „Durch den Einsatz längerer LKW rechnen wir mit einer Verringerung der Transportkosten um ein Viertel – bei 50 Prozent mehr Ladevolumen.“

Die Autofahrerlobby warnt dagegen vor den Ungetümen. „Gigantismus passt als Lösungskonzept nicht auf enge und überlastete Straßen“, kritisiert Johannes Hübner, Sprecher des Automobilclub von Deutschland (AvD). Dass die Riesen-LKWs innerhalb von Ortschaften fahren würden, sei unvorstellbar, schließt sich ADAC-Sprecher Andreas Hölzel an. Logistik-Experten zufolge wird der neue LKW jedoch den Transport von kleinteiliger Ladung in den Innenstädten nicht übernehmen, er ist eher für den Transport sperriger Güter mit großem Volumen geeignet. Zum Einsatz könnten die Fahrzeuge vor allem im so genannt Systemverkehr kommen: auf langen Autobahnstrecken von einem Verteilzentrum zum nächsten.

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