Hannover Messe
Die letzte große Universalmesse

Für eine Woche sieht sich Hannover wieder als Mittelpunkt der industriellen Welt. Die weltgrößte Industrieschau Hannover Messe, ein Ensemble aus zehn einzelnen Leitmessen, rückt das Gelände unter dem Hermesturm ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Trotz aller Erfolge in jüngster Vergangenheit: Die Diskussion über Sinn und Unsinn der Messe hält an.

DÜSSELDORF. "Die Messe präsentiert sich in Bestform", jubelt der Vorstandsvorsitzende des Veranstalters Deutsche Messe AG, Sepp Heckmann. Das Gelände mit seinen 19 Hallen ist gut gefüllt. 5 100 Aussteller aus 60 Ländern haben sich für die fünf Messetage angemeldet. Die vermietete Ausstellungsfläche liegt mit 165 000 Quadratmetern rund 14 Prozent über dem Jahr 2006, das der geeignete Vergleich ist, da einige Ausstellungsbereiche nur alle zwei Jahre in Hannover ausstellen. Die boomende Konjunktur im Maschinen- und Anlagenbau treibt die Ausstellerzahlen nach oben.

"Gute Zahlen allein reichen aber nicht", weiß Messechef Heckmann. Denn die Diskussion um Sinn und Unsinn der Messe hält an. Die 1947 gestartete Veranstaltung war lange Zeit Schaufenster der Industrienation Deutschland und galt als Konjunkturbarometer. Doch diese Tage sind vorbei. Heute ist Hannover die letzte große Universalmesse.

"Dies ist ihre Stärke und Schwäche zugleich", meint Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des Maschinenbauverbandes VDMA. Die diesjährige Hannover Messe prägen die beiden großen Bereiche Industrie-Automation und Energie. Daneben finden sich in den Hallen aber auch Aussteller aus den Bereichen Zulieferindustrie, Mikrotechnologie und Forschung und Entwicklung. Die Industrieschau versteht sich als Ensemble aus zehn einzelnen Leitmessen. Die Messemanager betonen gerade diese Verknüpfung der einzelnen Bereiche und verstehen sie als Stärke. Befragungen haben gezeigt, dass die Besucher im Durchschnitt vier Themenkreise besuchen, also nicht nur wegen einer Halle oder einer speziellen Branche kommen.

Viele Unternehmen und Branchen haben sich in diesem Gebilde aber nicht mehr wiedergefunden und sind abgewandert. Ausgründungen aus der Hannover Messe haben Tradition. Viele dieser Ableger wie die Cebit oder die Bauma sind inzwischen größer als die Hannover Messe selbst. Die letzte große Ausgliederung war die Automatica, die 2004 nach München abwanderte, sehr zum Missvergnügen der Manager in Hannover. Die Roboterhersteller waren unzufrieden . "Fehlende Internationalität und zu wenig konkrete Anfragen der Besucher", gibt Thilo Brodtmann, Geschäftsführer des Fachverbandes Robotik und Automation im VDMA, als Abwanderungsgrund an. Die Automatica erwartet dieses Jahr in München 900 Aussteller und 30 000 Fachbesucher. "Die Messe hat sich etabliert", betont Brodtmann.

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