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Harninkontinenz - Nur wenige zum Arzt

Trotz bester Chancen für eine Heilung oder Besserung gehen nur wenige Menschen mit Harninkontinenz zum Arzt.

dpa DüSSELDORF. Trotz bester Chancen für eine Heilung oder Besserung gehen nur wenige Menschen mit Harninkontinenz zum Arzt. Nicht einmal ein Drittel der vom unwillkürlichen Harnverlust zumeist betroffenen Frauen lasse sich behandeln, obwohl in 90 Prozent der Fälle geholfen werden könne, sagte die Urologin Prof. Daniela Schultz-Lampel vom Kontinenzzentrum Südwest (Villingen-Schwenningen) am Donnerstag in Düsseldorf.

Voraussetzung sei eine genaue Diagnostik der unterschiedlichen Inkontinenztypen. So seien von einer „überaktiven Blase“ (OAB- Syndrom) bis zu 20 Prozent der Menschen in Industrieländern betroffen, sagte die Fachärztin beim Deutschen Kongress für Urologie: „Das Leben kreist dann nur noch um die Toilette.“ Mit speziellen Medikamenten (Anticholinergika) sei es zwar möglich, in zwei Dritteln der Fälle den Blasendruck zu dämpfen. Allerdings brächten diese Mittel auch Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Sehstörungen oder Störungen beim Wasserlassen mit sich.

Bei rund der Hälfte der betroffenen Frauen werde eine Belastungsinkontinenz mit Urinverlust bei Husten und Niesen, beim Heben oder Sport festgestellt. In leichtere Fällen könnten mit Medikamenten oder Beckenbodentraining geholfen werden. Operationen führten in schwereren Fällen nicht immer zur Zufriedenheit der Patientinnen. Eine Belastungsinkontinenz bei Männern tritt nach Angaben der Urologin fast nur nach Operationen an der Prostata auf.

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