Hartes Ringen um die Finanzierung
Deutschland steuert Galileo

Das geplante Satellitennavigationssystem Galileo wird von Deutschland aus gesteuert. Bayern wird die Federführung bei dem Aufbau der Bodeninfrastruktur übernehmen: das Hauptkontrollzentrum kommt nach Oberpfaffenhofen bei München. Am Donnerstagabend unterzeichneten der Generalunternehmer Esnis und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Paris den Betriebsvertrag über die Bodenstationen und den Betrieb der Satelliten für die erste Phase des Projektes.

MÜNCHEN. Das aus Sicht der Europäischen Union "wichtigste Infrastrukturprojekt Europas" kann gute Nachrichten gebrauchen. Das insgesamt fast fünf Milliarden Euro teure Satellitensystem, das ab 2012 punktgenaue Navigation garantieren will, ist im Frühjahr schwer ins Trudeln gekommen. Das Industriekonsortium, das in einer zweiten Phase den Aufbau und den Betrieb der 30 Satelliten und der Bodenstation organisieren sollte, hatte sich heillos zerstritten.

Die EU hat daraufhin die Verhandlungen mit der Industrie über einen Konzessionsvertrag gestoppt. Statt der Industrie wollen nun die EU und die europäische Weltraumbehörde ESA das Projekt fortführen. Vorschläge für eine neue Finanzierung will die EU in der kommenden Woche diskutieren.

"Der Vertrag ist ein ganz wichtiger Schritt nach vorn", sagte der Chef des DLR, Johann-Dietrich Wörner, dem Handelsblatt. Das DLR hofft, ab 2012 auch den Betrieb und die Systemsteuerung von Oberpfaffenhofen aus leiten zu können. Um die Anteile an den Bodenstationen und der Systemsteuerung hat es bis in letzter Minute ein heftiges Tauziehen zwischen Deutschland, Spanien und Italien gegeben.

Für die Industrie entscheidet sich nun die Verteilung der milliardenschweren Folgeaufträge der so genannten Betreiberphase. Diese umfasst den Bau der zusätzlich benötigten 26 Positionssatelliten, die mit den bereits bestellten vier Testsatelliten der ersten Phase das Rückgrat von Galileo bilden. Noch entscheidender ist die Bereitstellung der Systemarchitektur, die Software und Bodenstationen des Navigationssystems umfasst. Die Aufträge garantieren den beteiligten Firmen ein sicheres Auskommen auf Jahrzehnte, schließlich müssen alleine die Satelliten alle zehn bis 15 Jahre ausgetauscht werden.

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