Heinrich IV.
Forscherstreit um des Königs Kopf

Er gilt als einer der populärsten Könige Frankreichs: Heinrich IV. gelang es, sein Land nach einem langen Bürgerkrieg zu befrieden. 400 Jahre nach seinem Tod sorgt der Monarch jetzt aber für neuen Streit.
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ParisDer angebliche mumifizierte Kopf von Heinrich IV. stammt wohl doch nicht von dem 1610 ermordeten französischen König. Das berichten Wissenschaftler aus Belgien und Frankreich in einer am Mittwoch im Fachmagazin „European Journal of Human Genetics“ veröffentlichten Studie, für die sie einen DNA-Vergleich mit heute lebenden Nachfahren des Königs machten. Zudem stammt an einem Taschentuch gefundenes Blut wohl nicht wie bislang angenommen vom 1793 hingerichteten König Ludwig XVI.

Der Leichnam des 1610 von einem katholischen Fanatiker getöteten Heinrich IV. war während der französischen Revolution 1793 von radikalen Revolutionären aus seiner Grablege entfernt und in einem Massengrab verscharrt worden. Der vermeintliche Kopf des Monarchen war vor einigen Jahren als makabres Sammlerstück wieder aufgetaucht.

Aufgrund umfassender wissenschaftlicher und historischer Untersuchungen erklärte der Rechtsmediziner Philippe Charlier im Jahr 2010, es handle sich dabei wirklich um den Kopf des Königs. Ein DNA-Beweis stand aber zunächst.

Den lieferte Charlier 2012 nach: In einem Aufsatz in der Fachzeitschrift „Forensic Science International“ berichtete er von DNA-Übereinstimmungen zwischen Gewebeproben des mumifizierten Kopfes und Proben des angeblichen Blutes von Ludwig XVI., einem Nachfahren Heinrichs. Das Taschentuch soll mit dem Blut Ludwigs getränkt worden sein, als dieser am 21. Januar 1793 im Zuge der Französischen Revolution mit der Guillotine hingerichtet wurde.

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Forscherstreit um des Königs Kopf

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Das "Bourbonen-Chromosom" nicht gefunden

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