„Hellster Stern am Himmel“
Forscher ziehen 10 Jahre ISS-Bilanz

Seit genau zehn Jahren betreiben dort 13 Nationen Spitzenforschung in rund 350 Kilometer Entfernung zur Erde - und ziehen nun positive Bilanz.
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BonnEs ist eines der größten Technologieprojekte aller Zeiten: Die Internationale Raumstation ISS, die gerne „der Außenposten der Menschheit im All“ genannt wird, wird zehn Jahre alt. „Der hellste Stern am Himmel“, sagt Rolf Densing, Programmdirektor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), doppeldeutig. Aus den bisher 56 medizinischen, technologischen, biologischen oder physikalischen Experimenten der Deutschen seien „interessante Produkte“ und Therapieanätze zu erwarten. Ein Zauberwort heißt Plasma.

Um komplexe Plasmen ging es beim allerersten Experiment auf der ISS, das im März 2001 begann, noch immer läuft - und Hoffnungen weckt. „Die gefährlichen, resistenten Keime, die ein riesiges Problem in den Krankenhäusern sind, mit allein bis zu 15.000 Toten im Jahr in Deutschland, könnten durch Plasma sekundenschnell abgetötet werden.“ Das erklärt Prof. Gregor Morfill, Leiter des Plasma-Kristall-Experiments und Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik, am Donnerstag in Bonn.

Zudem habe sich gezeigt, dass Wunden schneller und besser heilen, wenn sie mit Plasma angehaucht werden. Und: „Plasma ist ja ein Gas, kommt also überall rein und ist damit von hoher Effizienz in der Desinfektion. Es kommt auch hin, wo Salben nicht hinkommen“, weiß der Experte. Plasma ist ein elektrisch geladenes Gas mit Ionen, Elektronen und kleinen Partikeln - der „ungeordnetste Zustand der Materie“ (Morfill), der auch kontrolliert erzeugt und dann medizinisch genutzt werden kann.

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