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Hepatitis A erstmals wieder deutlich häufiger

Die Zahl der gemeldeten Fälle der infektiösen Leberentzündung Hepatitis A ist erstmals seit mehreren Jahrzehnten wieder deutlich gestiegen.

dpa BERLIN. Die Zahl der gemeldeten Fälle der infektiösen Leberentzündung Hepatitis A ist erstmals seit mehreren Jahrzehnten wieder deutlich gestiegen. 2004 wurden bundesweit 1932 Fälle registriert, im Vorjahr waren es 1 368, wie das Berliner Robert Koch-Institut in seinem aktuellen „Epidemiologischen Bulletin“ berichtet.

Den Anstieg von 41 Prozent erklärt das Institut vor allem mit großen Ausbrüchen der Infektionskrankheit unter Ägypten-Touristen sowie in sechs Landkreisen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Das Risiko solcher großen Ausbrüche an einem Ort steigt laut Robert Koch-Institut, da die Menschen in Europa immer weniger Abwehrkräfte gegen Hepatitis A haben. Der Körper ist auf diese Krankheit kaum vorbereitet, weil sie in den vergangenen Jahren immer seltener aufgetreten ist.

In einem ägyptischen Hotel hatten sich im vergangenen Sommer 271 Urlauber aus Deutschland mit dem Erreger infiziert. Die Viren befanden sich vermutlich in dem Orangensaft, den die Touristen in ihrem Hotel zum Frühstück tranken. Die 64 Hepatitis-A-Fälle in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind wahrscheinlich auf Viren im Brotteig einer Bäckerei zurückzuführen, in der ein infizierter Bäcker arbeite. In beiden Fällen haben dem Robert Koch-Institut zufolge alle Patienten die Krankheit überlebt.

Hepatitis A wird von Viren ausgelöst, die vor allem über Fäkalien übertragen werden, und kann in seltenen Fällen tödlich verlaufen. Als Hauptinfektionsrisiko gelten Auslandsreisen. Auch für Reisen in Mittelmeerländer gilt eine Hepatitis-A-Impfung als sinnvoll.

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