Hermes Award 2006
Funkchip steuert die Produktion

Die RFID-Technik des Elektronikspezialisten Harting überträgt Daten kostengünstig – auch im Industriebetrieb. Denn ein neu entwickelter Funkchip empfängt selbst dann Signale, wenn metallische Gegenstände in der Nähe sind.

DÜSSELDORF. Ein neuer Funkchip bringt den Durchbruch für die RFID-Technik in der Produktion. Bislang haben hier Metalle und Flüssigkeiten die Übertragung von Produkt-Informationen, die auf dem RFID-Chip gespeichert sind, gestört und den Einsatz der Technik verhindert, von der sich Experten in der Materialwirtschaft große Einsparungen erhoffen. Der Schokoriegel-große Chip, den der Elektronikspezialist Harting Mitronics aus Biel in der Schweiz entwickelt hat, empfängt Signale auch dann, wenn metallische Gegenstände in der Nähe sind – und das bis auf drei Meter Entfernung. Mit dieser Entwicklung hat sich das Unternehmen um den Hermes-Award 2006 beworben und ist von der Jury unter die Top 5 gewählt worden.

Die Abkürzung RFID steht für Radio Frequency Identification, dem englischen Begriff für Funk-Erkennung. RFID ist eine seit Jahrzehnten genutzt Technologie, um Daten berührungslos und ohne Sichtkontakt zu lesen und zu speichern. Ein RFID-System besteht aus einem Chip mit einer Mini-Antenne. Es sendet Funksignale mit den gespeicherten Daten, die von speziellen Lesegeräten empfangen werden können.

Die RFID-Technik wurde zunächst nur in speziellen Anwendungen genutzt – als Eintrittskarte fürs Schwimmbad oder als Wegfahrsperre bei Autos. Inzwischen gilt die Funktechnik als Schlüssel zu mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit in zentralen Logistikabläufen. So könnten mit Hilfe von RFID-Tags Produktdaten in der Warenannahme automatisch erfasst werden. Das berührungslose Auslesen der gelieferten Waren würde das Lagermanagement erheblich vereinfachen.

Zudem könnten Informationssysteme auf Basis von RFID in Warenhäusern den Service unterstützen und das Informationsangebot für Kunden deutlich ausweiten – vom Kühlregal, das auf Mindesthaltbarkeitsdaten achtet, bis zur virtuellen Weinempfehlung.

In der Produktion könnten Funkchips an Gitterboxen oder an Werkzeugen außerdem dafür sorgen, dass Bauteile eindeutig identifiziert werden und bei der Weiterverarbeitung keine Fehler auftreten. Besonders praktisch für die Qualitätssicherung ist, dass Informationen darüber, wie ein Produkt bearbeitet oder ein Bauteil montiert wurde, per Funk gespeichert werden kann, so dass jederzeit entlang der Fertigungskette nachvollzogen werden kann, ob auch alles richtig gemacht wurde.

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