Forschung + Innovation
Herzschaden durch Ärger und Traurigkeit jetzt biologisch erklärt

US-Forscher haben das Rätsel gelöst, wie gesunde Menschen allein durch Ärger, Feindseligkeit und Depressionen herzkrank werden können. Die psychologischen Faktoren kurbeln die Produktion eines Eiweißstoffes an, der als C-reaktives Protein (CRP) bekannt ist.

dpa NEW YORK. US-Forscher haben das Rätsel gelöst, wie gesunde Menschen allein durch Ärger, Feindseligkeit und Depressionen herzkrank werden können. Die psychologischen Faktoren kurbeln die Produktion eines Eiweißstoffes an, der als C-reaktives Protein (CRP) bekannt ist.

Das entdeckte das Team von der Duke Universität in Durham (US-Bundesstaat North Carolina). Das Protein wiederum spielt bei Herzerkankungen eine Rolle. „Jede zweite Herzattacke trifft einen Menschen ohne tradionelle Warnzeichen“, erläutern Edward Suarez und Kollegen in der Septemberausgabe des Journals „Psychosomatic Medicine“, das am Donnerstag in New York vorlag. „Darum ist es wichtig, die anderen Auslöser zu identifizieren“.

Alarmzeichen seien unter anderem hoher Blutdruck, ein hoher Cholesterinspiegel und Diabetes. Das Duke-Team legte 121 Studienteilnehmern einen Fragebogen vor, in dem sie sich als ausgewogen und ruhig oder reizbar und leicht verärgert beschreiben konnten. Anschließende Blutproben zeigten, dass genau jene Männer und Frauen, die häufig erregt oder auch traurig sind, zwei bis drei Mal so hohe CRP-Werte im Blut haben.

Suarez hatte bereits in früheren Untersuchungen nachgewiesen, dass Stress bei leicht erregbaren Menschen die Produktion des (Stress-)Hormons Noradrenalin ankurbelt. Dieses Hormon wirkt auf das Immunsystem und aktiviert Gene, die leichte, aber chronische Entzündungsprozesse auslösen. Die Entzündung wiederum ruft das für das Herz gefährliche C-reaktive Protein auf den Plan. Auch Raucher sowie Patienten mit hohem oder ungünstigem Cholesterin sowie Diabetes haben erhöhte CRP-Werte im Blut. CRP wird von der Leber ausgeschüttet - unter anderem als Reaktion auf Entzündungen an den Blutgefäßwänden.

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