Forschung + Innovation
Herzschrittmacher mit Alarmfunktion besteht Praxistest

Ein neuartiger Herzschrittmacher mit Alarmfunktion hat den Praxistest bestanden. Nach Angaben der Universität Göttingen hat das Gerät den ersten Patienten in Deutschland, der einen solchen Schrittmacher implantiert bekam, vor drohenden Komplikationen gewarnt.

dpa GöTTINGEN. Ein neuartiger Herzschrittmacher mit Alarmfunktion hat den Praxistest bestanden. Nach Angaben der Universität Göttingen hat das Gerät den ersten Patienten in Deutschland, der einen solchen Schrittmacher implantiert bekam, vor drohenden Komplikationen gewarnt.

Bei dem Mann hatte sich Wasser in der Lunge gesammelt. Er wurde gewarnt, bevor er dies selber Symptome spürte, und konnte sich so rechtzeitig behandeln lassen.

Das Gerät reagiert mit bestimmten Tönen auf Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge. „Es misst die elektrische Leitfähigkeit des Brustkorbs und die ist unter anderem vom Wassergehalt der Lunge abhängig“, erläuterte Oberarzt Peter Schott.

Als erste deutsche Klinik hatte das Universitätsklinikum Göttingen im Sommer vergangenen Jahres den zuvor bereits in den USA getesteten Schrittmacher einem Patienten implantiert. Inzwischen trügen etwa 35 Göttinger Herz-Patienten das Gerät, berichtete Prof. Christina Unterberg-Buchwald am Donnerstag.

Der Patient, der im vergangenen Jahr als erster die neue Apparatur erhalten hatte, wurde jetzt durch ein Alarmsignal seines Implantates frühzeitig auf eine Flüssigkeitsansammlung in seiner Lunge aufmerksam gemacht. Flüssigkeit in der Lunge ist für Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz eine ernste Komplikation. Bei Schäden in der linken Herzkammer könne sich das Blut in der Lunge stauen, erläuterte Schott. Dadurch werde Wasser in die Lungenbläschen gedrückt.

Die meisten stationären Aufnahmen der Patienten seien auf solche Flüssigkeitsansammlungen zurückzuführen, sagte Unterberg-Buchwald. Die Patienten selbst bemerkten das Problem zumeist erst, wenn sie sich in einem kritischen Zustand befänden.

Herzinsuffizienz ist die Volkskrankheit Nummer eins in den wohlhabenden Ländern der Erde. Allein in Europa leiden rund 14 Millionen Menschen unter diesem Krankheitsbild. In Deutschland verursacht Herzinsuffizienz Kosten in Höhe von etwa sechs Mrd. Euro pro Jahr.

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