HiFi- und Audiospezialisten
Wenn das Heimnetz bis ins Auto reicht

Die klassischen HiFi- und Audiospezialisten stecken in der Krise. Denn die Branche hat – wie die Musikindustrie – nicht verstanden, was sich durch Musiktauschbörsen und MP3 geändert hat. Doch es gibt Hoffnung. Sie ruht in Baukästen zur Vernetzung neuer und alter Elektronik.
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BERLIN. Dinesh Paliwal liebt den Überblick. Hoch über den Messehallen, im Berliner Funkturm, hat der CEO und President des Luxus-Audioherstellers Harman International sein Quartier aufgeschlagen. Von hier sieht er die wuselnden Besucherströme in der Zeltstadt, die Harman rund um den Turm aufgebaut hat. Warum er nicht einfach eine Halle gemietet hat? "Wir wollten alles anders machen", so der Manager mit den indischen Wurzeln, und das nicht nur im übertragenen Sinne. Er meint auch "alles".

Harman vereint Marken wie Harman Kardon, AKG, Studer oder Becker, die Audioliebhaber und Profis anerkennend aufhorchen lassen. Damit ist Harman Paradebeispiel für die Branche der klassischen HiFi- und Audiospezialisten, die mit ihren "HiFi-Bausteinen", Verstärkern und CD-Spielern über Jahrzehnte Wohnzimmer und Partykeller regierten. Harman etwa stellte 1954 den ersten Receiver (Verstärker und Tuner in einem Gehäuse) vor. Das war eine kleine Revolution. Doch so was machen jetzt andere.

Überrollt wurden die Harmans, Onkyos oder Kenwoods dieser Welt vom MP3-Boom, der Musik auf PCs, Mobiltelefone, iPods und ins Web gebracht hat. Legenden der Vergangenheit wie Bang&Olufsen stecken in der Krise, Anbieter wie Denon oder Marantz hängen am Tropf von Private-Equity-Investoren. Nur Nischenanbieter wie Bose, mit eigener Technologie, machen gute Geschäfte.

"Diese Branche hat - wie die Musikindustrie - nicht verstanden, was sich durch Napster und MP3 geändert hat", sagt John MacFarlane, CEO von Sonos aus dem kalifornischen Santa Barbara. "Die haben weiter auf Insellösungen gesetzt und vielleicht mal ein iPod-Dock eingebaut."

Sonos zählt sich seit 2004 zur neuen "Generation Apple" in der Konsumelektronik. Das Sonos-System verteilt Musik von der Festplatte, aus Internet-Diensten oder-Radio im ganzen Haus. Traditionelle HiFi-Anbieter wie Yamaha springen jetzt ebenfalls auf den Zug zur Vernetzung auf.

Beispiel Deutschland: Sonos sei - von niedrigem Niveau aus - in keinem der vergangenen zwölf Monate weniger als 85 Prozent gewachsen, sagt McFarlaine. Anders die Branche: Wurden 2005 noch 1,6 Mio. HiFi-Bausteine und CD-Player verkauft, waren es 2008 noch 990 Mio. Einheiten.

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