High-Tech-Textilien
Ventilator in der Westentasche

Sportbekleidung hat sich schwer verändert: Jogginghemd oder Wanderhose sind nicht nur wesentlich modischer geworden. Auch im Gewebe tut sich einiges: Atmungsaktive Stoffe sorgen dafür, dass sich Sportler in ihrer Ausrüstung wohler fühlen. Nun gehen die Hersteller einen Schritt weiter: Sie integrieren Elektronik in das Equipment und ermöglichen dadurch ganz neue Funktionen.

MÜNCHEN. Vor allem Läufer und Wanderer dürfen sich freuen. Die fränkische Firma Entrak etwa hat eine Jacke mit eingebauten Ventilatoren entwickelt. Ursprünglich war diese für Arbeitsplätze mit hohen Temperaturen vorgesehen. Doch jetzt will das Unternehmen aus der Nähe von Nürnberg auch Sportler kühlen.

Die Weste funktioniert ganz einfach: Zwei kleine Ventilatoren sind in hüfthohen Außentaschen angebracht. Sie sorgen dafür, dass die schweißfeuchte Luft abtransportiert und durch Frischluft ersetzt wird. Der Nachteil: Die Jacke wiegt satte 1,3 Kilogramm und muss nach acht Stunden an die Steckdose.

Noch ist die so genannte Ventilation-Vest nicht im Sporthandel zu haben. Auf der gestern zu Ende gegangenen Sportmesse Ispo in München gehörte sie allerdings zu den Ausstellungsstücken, die das meiste Interesse auf sich zogen. Deshalb hofft Entrak, dass Sportkonzerne das Konzept nun übernehmen.

Bislang finden sich kaum Kleidungsstücke mit eingebauter Elektronik in den Sportläden. Am weitesten verbreitet sind Jacken und Hosen mit außen aufgebrachten Bedienelementen für MP3-Player und Handys. Um die Geräte im Inneren der Kleider zu erreichen, sind kleine Leiterbahnen in den Stoff eingearbeitet. Wer Musiktitel auswählen oder ein Telefongespräch annehmen will, muss die Apparate nicht aus der Tasche nehmen.

Nun aber steigt das Interesse der Sportartikelhersteller an High-Tech-Kleidung. Nur ein Beispiel: Stoffe mit eingebauter Heizung. „Das Feedback war enorm, als wir unser Heizgewebe im Winter vorgestellt haben“, sagt Marcel Strotz vom schweizerischen Stoffproduzenten Sefar. Das Unternehmen hat ein Gewebe entwickelt, das mit kleinen Kupferdrähten durchzogen ist. Damit lässt sich der Stoff nicht nur erwärmen. Die Drähte können auch kleine LED-Lampen mit Strom versorgen und so die Optik auffrischen. Das ist nicht alles: Auch als Temperaturfühler dient das Gewebe. „Die Überwachung der Körperfunktionen ist für uns ein großes Thema“, sagt Strotz.

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