Forschung + Innovation
Hilfe für gelähmte Hunde

Zellen aus dem Geruchsnerv haben gelähmten britischen Hunden wieder zu einfachen Bewegungen verholfen. Innerhalb eines Monats war jeder der neun so behandelten Hunde zu ruckartigen Bewegungen der Hinterläufe fähig.

dpa LONDON. Zellen aus dem Geruchsnerv haben gelähmten britischen Hunden wieder zu einfachen Bewegungen verholfen. Innerhalb eines Monats war jeder der neun so behandelten Hunde zu ruckartigen Bewegungen der Hinterläufe fähig.

Drei können sogar ihren Herrchen Bescheid geben, wenn ihre Blase voll ist, wie das Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ (Nr. 2 495, S. 14) von diesem Samstag berichtet. Die Tierchirurgen Robin Franklin und Nick Jeffrey von der Universität Cambridge behandelten mit der experimentellen Therapie ausschließlich Hunde, die durch einen Unfall oder eine Krankheit gelähmt worden waren. Auch bei Menschen haben Ärzte das Verfahren bereits getestet, die Ergebnisse sind aber noch nicht veröffentlicht.

Bei den Zellen, die den Hunden von den Forschern ins verletzte Rückenmark gespritzt wurden, handelt es sich so genannte umhüllende olfaktorische Gliazellen. Sie dienen dem Geruchsnerv unter anderem als Stützzellen. Der Geruchsnerv ist der einzige Hirnnerv, dessen Zellen sich bei erwachsenen Säugetieren kontinuierlich erneuern. Die Fähigkeit dieser Gliazellen, eine Art Brückengewebe über zertrennte Nervenstränge auszubilden, qualifizierte sie für den Einsatz bei Rückenmarkverletzungen.

Um an die Zellen zu gelangen, mussten die Mediziner allerdings den Schädel der Hunde öffnen, was bei drei Tieren zu Krämpfen führte. Alternativ könnten sich Stammzellen aus der Naseschleimhaut im Labor zu Gliazellen entwickeln lassen. Mit einem Tupfer wäre die Entnahme der Stammzellen nach Angaben der Forscher ein einfache und schnelle Angelegenheit.

Im Jahr 2002 wurden in Australien erstmals drei gelähmte Menschen mit dieser Methode behandelt. Allerdings sollen die Ergebnisse erst 2007 veröffentlicht werden. Das Verfahren erfunden hat vor acht Jahren der Brite Geoffrey Raisman vom University College London. Raisman setzte es bei Ratten ein, die zwei Monate nach der Behandlung ihre Vorderpfoten wieder bewegen konnten. dpa fas yyzz tim

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