Himmelsscheibe von Nebra: Archäologen-Krimi mit Happy End

Himmelsscheibe von Nebra
Archäologen-Krimi mit Happy End

Vor zehn Jahren nahm die Polizei ein Pärchen fest, das eine einzigartige Kostbarkeit aus der Bronzezeit verkaufen wollte. Die Himmelscheibe von Nebra wäre sonst vielleicht im Tresor eines Privatsammlers verschwunden.
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HalleEs ist bitterkalt an diesem 23. Februar 2002. In der Nacht hat ein Schneesturm getobt. Der Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, Harald Meller, steht in der Hotelhalle eines Hotels im schweizerischen Basel und hat ein flaues Gefühl im Magen. Eine Frau spricht ihn an und führt ihn in die Bar im Untergeschoss. Dort erwartet ihn ein hagerer, finster dreinblickender Mann.

„Ich war nervös und die Ledertasche des Mannes machte mir Angst. Ich dachte: Vielleicht ist dort eine Waffe?“, erinnert sich Meller. Plötzlich schiebt der Mann wortlos seinen Pullover hoch. Meller sieht etwas in ein Handtuch eingewickelt und mit Klebestreifen am Körper des Mannes befestigt. Der Unbekannte löst die merkwürdige Konstruktion von seinem Körper und reicht Meller wortlos ein kreisrundes Metallstück.

„Ich hielt die Scheibe zum ersten Mal in den Händen und war überwältigt von der bildnishaften Qualität. Es war einer der größten Augenblicke in meinen Leben“, sagt Meller heute zu der Übergabe vor zehn Jahren. Wenige Minuten später nimmt die Schweizer Polizei das Hehlerpärchen fest – und rettet damit einen der wichtigsten archäologischen Funde des 20. Jahrhunderts.

Anfang Juli 1999 waren zwei Raubgräber mit ihren Metallsonden im Waldboden des Mittelberges bei Nebra (Burgenlandkreis) auf einen Bronzeschatz gestoßen. Das spektakulärste Stück: eine über 3600 Jahre alte grünlich schimmernde Himmelsscheibe mit Goldauflagen. Es handelt sich um die älteste konkrete Himmelsdarstellung der Welt.

Die Scheibe verkauften die Raubgräber illegal an Hehler nach Nordrhein-Westfalen, zusammen mit zwei prunkvollen Bronzeschwertern, zwei Randleistenbeilen, einem Meißel sowie Armringen aus Bronze. Nach dem Gesetz gehörte der bronzezeitliche Schatz dem Land Sachsen-Anhalt, was den Weiterverkauf der „heißen Ware“ erschwerte. Trotzdem wechselte der Fund noch mehrmals den Besitzer, ehe es auf Initiative des Landesamtes für Archäologie von Sachsen-Anhalt gelang, den fingierten Kauf zu arrangieren.

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  • Genau! Hätten die Finder vom Land auch nur 1% des heutigen Versicherungswertes als Finderlohn bekommen, hätten sie sich das Reihenhäuschen kaufen können und hätten nicht wie Kriminelle so "finster dreinblicken" müssen.

  • Es ist wunderbar, dass diese außergewöhnliche Himmelsscheibe nun dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Wäre es den als 'Hehlerpärchen' bezeichneten Verkäufern um maximalen Profit gegangen, dann läge die Himmelsscheibe jetzt sicher für einen höheren Millionenbetrag in irgendeinem Safe. Das sie dem Landeskonservator zum halben Gegenwert eines Reihenhäuschens angeboten wurde, zeigt m.E., dass es dem Verkäufer eben nicht um große Profit ging, vorausgesetzt er wußte was er in Händen hielt. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass der Krimi um diese Himmelsscheibe nur inszeniert wurde. Vielleicht sollte man den Findern und den 'Verkäufern' dankbar sein, weil die Himmelsscheibe möglicherweise nie gefunden und nie öffentlich aufgetaucht wäre.

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