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Himmelsscheiben-Prozess: Strafen für Hehler bestätigt

Im Berufungsprozess um den illegalen Verkauf der 3 600 Jahre alten „Himmelsscheibe von Nebra“ hat das Landgericht Halle am Montag die Bewährungsstrafen für zwei Hehler bestätigt. Damit wurde eine Berufung der Verteidigung verworfen.

dpa HALLE. Im Berufungsprozess um den illegalen Verkauf der 3 600 Jahre alten „Himmelsscheibe von Nebra“ hat das Landgericht Halle am Montag die Bewährungsstrafen für zwei Hehler bestätigt. Damit wurde eine Berufung der Verteidigung verworfen.

Eine 46-jährige Frau und ein 66-jähriger Mann waren bereits im September 2003 vom Amtsgericht Naumburg wegen Hehlerei mit dem prähistorischen Schatz verurteilt worden. Nach mehr als einem Jahr, 33 Prozesstagen und 78 Beweisanträgen hatte das Gericht am Ende der Berufungsverhandlung weder Zweifel an der Schuld der Hehler noch an der Echtheit der Himmelsscheibe.

Die Richter bestätigten die frühere Verurteilung wegen Hehlerei. Im Prozess der ersten Instanz hatte die Frau eine Bewährungsstrafe von einem Jahr bekommen, ihr Komplize von sechs Monaten. Zudem müssen beide nun noch je 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit ableisten oder 1 500 Euro an die Staatskasse zahlen. Beide Angeklagten kündigten an, in Revision vor dem Oberlandesgericht Naumburg gehen zu wollen.

Die Himmelsscheibe gilt als archäologischer Sensationsfund und als älteste konkrete Sternenabbildung der Welt. Sie war 1999 von zwei Raubgräbern nahe Nebra entdeckt worden. Die beiden Hehler hatten den Schatz von den mittlerweile verurteilten Raubgräbern erworben und wurden bei einer fingierten Verkaufsaktion in Basel geschnappt.

„Es ist ganz klar, dass sich die beiden Angeklagten der Hehlerei schuldig gemacht haben“, sagte der Vorsitzende Richter Torsten Gester. Es gebe auch keine Anhaltspunkte für Behauptungen der Verteidigung, dass die Scheibe eine Fälschung sei oder gar nicht aus Sachsen-Anhalt stamme.

Der Landesarchäologe Harald Meller zeigte sich zufrieden mit dem Spruch der Richter. „Der Fall zeigt, dass der Handel mit illegal erworbenen archäologischen Funden kein Kavaliersdelikt ist und die Raubgräber ebenso wie die Hehler bestraft werden.“ Zudem habe das Gericht anhand zahlreicher Aussagen von Wissenschaftlern sowohl die Echtheit als auch den Fundort der Scheibe bestätigt. Im Laufe des Prozesses hatte die Verteidigung beweisen wollen, dass die Himmelsscheibe eine Fälschung sei. Damit wäre der Vorwurf der Hehlerei hinfällig gewesen.

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