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Hintergrund: Einschlag auf Riesenkartoffel

Zum ersten Mal in der Geschichte haben Forscher einen absichtlichen Zusammenstoß einer Sonde mit einem Kometen inszeniert. Das Ziel der Raumsonde „Deep Impact“ war der Komet Tempel 1. Dieser wurde am 3. April 1 867 von dem sächsischen Astronomen Ernst Wilhelm Leberecht Tempel (1 821 bis 1 889) in Marseille entdeckt.

dpa WASHINGTON. Zum ersten Mal in der Geschichte haben Forscher einen absichtlichen Zusammenstoß einer Sonde mit einem Kometen inszeniert. Das Ziel der Raumsonde „Deep Impact“ war der Komet Tempel 1. Dieser wurde am 3. April 1 867 von dem sächsischen Astronomen Ernst Wilhelm Leberecht Tempel (1 821 bis 1 889) in Marseille entdeckt.

Tempel 1: Der kartoffelförmige Komet umrundet die Sonne auf einer elliptischen Bahn zwischen den Planeten Mars und Jupiter alle 5,5 Jahre. Er hat eine Länge von 14 Kilometern und einen Durchmesser von rund fünf Kilometern. Nach bisherigen Schätzungen der Nasa besteht der Komet zu rund 40 Prozent aus Eis sowie aus Staub und Gestein. Tempel 1 ist normalerweise ein sehr dunkler Komet. Er reflektiert nur vier Prozent des Sonnenlichts - Asphalt dagegen rund sieben Prozent.

Der Himmelskörper gehört zu den Mrd. Kometen unseres Sonnensystems. Die meisten haben aber nur einen Kern mit einem Durchmesser zwischen einem und zehn Kilometer. Diese nomadisierenden Eisbälle sind für die Wissenschaft so wichtig, weil sie ihre ursprüngliche Zusammensetzung bei der Herausbildung unseres Sonnensystems vor 4,6 Mrd. Jahren weitgehend beibehalten haben.

Deep Impact: Das Projektil der Nasa-Sonde „Deep Impact“ traf kurz vor acht Uhr am Montag auf den Kometen Tempel 1, der zu dieser Zeit in seiner Umlaufbahn der Sonne recht nahe war. Der so genannte „Impactor“ war etwa so groß wie ein Kühlschrank und wog 372 Kilogramm. In der Gesamtmasse waren 113 Kilogramm Kupfer enthalten, damit bei einer Geschwindigkeit von 37 000 Stundenkilometern ein möglichst großer Krater auf Tempel 1 entstand. Nur acht Kilo machte nach Angaben der Nasa der Treibstoff aus.

Während der letzten 24 Stunden musste das Projektil aus einer Entfernung von 750 000 Kilometer allein sein Ziel finden. Einziges wissenschaftliches Instrument an Bord war ein Zielsensor, der sowohl für die Navigation als auch die Übertragung von wissenschaftlichen Bildern verantwortlich war. Sehr exakte Bilder wurden rund eine halbe Minute vor dem Aufprall geschossen, bevor der Staub, der den Kometen umgab, die Kamera schwer beschädigte.

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