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Hintergrund: Maßgeschneiderter Vogelgrippe-Impfstoff noch nicht möglich

Eine maßgeschneiderte Schutzimpfung gegen die gefürchtete Grippe-Pandemie kann erst entwickelt werden, wenn das Virus tatsächlich vorliegt.

dpa BERLIN/LANGEN. Eine maßgeschneiderte Schutzimpfung gegen die gefürchtete Grippe-Pandemie kann erst entwickelt werden, wenn das Virus tatsächlich vorliegt. „Bisher gibt es nur Musterimpfstoffe, die noch an einen neuen Erreger angepasst werden müssen“, sagte die Sprecherin des Paul-Ehrlich-Institut in Langen, Susanne Stöcker, am Donnerstag der dpa.

„Das Pandemie-Virus wird zwar höchstwahrscheinlich etwas anders aussehen als das heute zirkulierende Vogelgrippevirus“, sagte Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts in Berlin, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Donnerstag. Derzeit überlege die Bundesregierung, Geld für die Entwicklung eines Impfstoffs zu Verfügung zu stellen. „Ich rechne damit, dass ein heute produzierter Impfstoff zumindest einen ersten teilweisen Schutz geben würde.“

„Zum Aufbau ausreichender Produktionskapazitäten für einen Pandemie-Impfstoff kann der einzelne höchstens beitragen, indem er sich gegen die saisonale Influenza impfen lässt“, sagte Kurth. Die Durchimpfungsrate gegen die saisonale Grippe sei noch viel zu niedrig. Manche Experten hoffen zudem, dass Menschen, die jahrelang an der Grippeschutzimpfung teilgenommen haben, auch widerstandsfähiger gegen ein neu entstehendes Virus sein könnten.

Eine Übertragung der Vogelgrippe von Mensch zu Mensch ist bisher laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur in äußerst seltenen Fällen aufgetreten. Sollte sich das Virus so verändern, dass eine einfache Übertragung möglich ist, könnte es sich rasant weltweit verbreiten und die gefürchtete Grippe-Pandemie auslösen.

Ein Grippe-Impfstoff wird in befruchteten Hühnereiern hergestellt. Von der Entdeckung eines befürchteten besonders gefährlichen Virus bis zum Vorliegen eines Impfstoffes könnten Wochen bis Monate vergehen, sagte Stöcker. Nach Angaben der WHO erkrankten von Ende 2003 bis Anfang August 2005 112 Menschen an dem H5n1-Virus, von denen 57 starben.

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