Hintergrund
Triebwerkstechnik von Rolls Royce

Das Triebwerk des in Singapur notgelandeten A380 ist das modernste in Betrieb befindliche Aggregat des britischen Herstellers Rolls Royce. Wie es funktioniert - und welche Probleme der Hersteller mit seinen Triebwerken in der Vergangenheit hatte.

HB DÜSSELDORF. Strahltriebwerke wie das des in Singapur notgelandeten Qantas-Airbusses A380 funktionieren nach einem Prinzip, an dem sich seit Jahrzehnten wenig geändert hat. Vorne wird Luft angesaugt, die zunächst in einem Verdichter gelangt, wo sie zusammengepresst wird. In der Brennkammer mit Kerosin versetzt, zündet das Kraftstoff-Luft-Gemisch und erzeugt einen Rückstoß, der das Flugzeug antreibt.

Wichtig für den Verbrauch und die Lärmentwicklung ist dabei unter anderem das Verhältnis von Luft, die in die Brennkammer gelangt, zur vergleichsweise kühlen Luft, die von dem riesigen Ventilator im vorderen Teil der Turbine am eigentlichen Motor vorbei geblasen wird. Moderne Triebwerke leiten nur noch etwa zehn Prozent der Luft direkt durch die Brennkammer. Vorteil: Es wird weniger heiße Luft ausgestoßen, was die Luftverwirbelung und damit die Lärmbelästigung senkt. Zudem sorgt der umgebende kühlere Luftstrom für zusätzliche Dämpfung.

Die Turbinenblätter des A380-Triebwerks Trent-900 drehen sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu Mach 1,5. Sie saugen pro Sekunde mehr als eine Tonne Luft an. Das Triebwerk ist das modernste in Betrieb befindliche Aggregat des britischen Herstellers Rolls Royce. Die Schubkraft der Motoren mit einem Durchmesser von rund drei Metern beträgt zwischen 310 und 360 Kilonewton.

Rolls Royce warb bei den Fluggesellschaften vor allem mit der Umweltfreundlichkeit seiner Maschinen. Die nach einem britischen Fluss benannten Trent-Triebwerke sind nach Herstellerangaben leiser und brauchen weniger Sprit als die der Konkurrenz. 20 von 37 der derzeit im Betrieb befindlichen A380 fliegen mit Trent-900-Triebwerken.

Rolls Royce liefert auch Motoren für die A-380-Konkurrenz von Boeing, den „Dreamliner“. Hierfür wurde die Trent-Serie erweitert, die Maschinen für die Boeing 787 firmieren unter Trent 1000.

Mit Rolls-Royce-Triebwerken gab es in den vergangenen Jahren wiederholt technische Probleme. 2008 kam es in London-Heathrow zu einer Bruchlandung einer Boeing 777, als ihre Trent-800-Maschinen im Landeanflug versagten. Die Treibstoffleitungen waren eingefroren.

Am 1. September musste ein Jumbo-Jet nach San Francisco zurückkehren, nachdem ein Rolls Royce-Triebwerk RB 211 explodiert war und ein Loch in die Außenhaut der Boeing 747 gerissen worden war. Im August dieses Jahres explodierte ein neues Trent-1000-Triebwerk bei Tests auf dem Rolls-Gelände im britischen Derby.

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