Historischer Versuch
Der Griff nach dem Mars-Eis

Deshalb wird auch eine kleine Wetterstation zur Erforschung des Mars-Klimas zur Ausrüstung von Phoenix gehören. Sie wurde von der kanadischen Raumfahrtbehörde beigesteuert und ist unter anderem mit einem Laser-Gerät ausgestattet, das die Konzentration von Wasserdampf und Staub in der Mars-Atmosphäre messen kann.

Doch die Nasa wird sich keineswegs nur mit der Suche nach geeigneten Lebensbedingungen für Mikroben auf dem Mars begnügen. Der Mars-Roboter hat auch Instrumente an Bord, die Mikro-Organismen gegebenenfalls sofort und unmittelbar aufspüren könnten. Es handelt sich um zwei automatische Hochleistungs-Mikroskope mit einer extrem hohen Auflösung. Mit ihrer Hilfe können die Forscher noch Objekte erkennen, die nur ein Tausendstel so groß sind wie der Durchmesser eines menschlichen Haares. Bei der Konstruktion der vollautomatisch arbeitenden Mikroskopieranlage haben Ingenieure aus Amerika, Dänemark, England und der Schweiz zusammengearbeitet.

„Mit einer derartig hohen Auflösung hat noch niemand auf den Mars geschaut“, sagt Tom Pike vom ebenfalls beteiligten Imperial College in London, „es ist sehr schwer vorauszusagen, was wir finden werden. Aber wenn man auf die frühesten Formen von vergangenem oder gegenwärtigem Leben schauen will, dann sind wir die Ersten, die das jetzt aus größter Nähe beobachten könnten.“

Auch Deutschland ist an Phoenix beteiligt. Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau liefert die „Robotic Arm Camera“. Sie sitzt auf dem 2,3 Meter langen Greifarm und soll farbige Nahaufnahmen vom Marsboden und dem Eis an der Stelle der Proben-Entnahmen machen.

Phoenix ist die erste Raum-Mission, die nicht direkt von der Nasa geführt wird, sondern von einer öffentlichen Universität, nämlich der von Arizona in Tucson. Die Mission ist die erste im Rahmen des Mars-Scout-Programmes. Letztlich dient es wie alle Mars-Programme dem erklärten Ziel der Nasa (und der europäischen Raumfahrtagentur Esa), in den kommenden Jahrzehnten eine bemannte Expedition zum Mars zu schicken. Das „Constellation-Programm“ der Nasa sieht zunächst die Errichtung einer langfristigen bemannten Station auf dem Mond und nach 2020 die bemannte Erforschung des Mars und anderer Planeten vor.

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