„Hitlers Bombe“ - „sensationelle“ Forschungsergebnisse angekündigt

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„Hitlers Bombe“ - „sensationelle“ Forschungsergebnisse angekündigt

Die Deutsche Verlags-Anstalt (DVA) hat „sensationelle“ Forschungsergebnisse über die Entwicklung von Atomwaffen in Hitler-Deutschland kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges angekündigt.

dpa MüNCHEN/NEW YORK. Die Deutsche Verlags-Anstalt (DVA) hat „sensationelle“ Forschungsergebnisse über die Entwicklung von Atomwaffen in Hitler-Deutschland kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges angekündigt.

„Das Deutsche Reich stand kurz davor, den Wettlauf um die erste einsatzfähige Atomwaffe zu gewinnen“, heißt es in einem Verlagsprospekt über das Buch „Hitlers Bombe“ des Berliner Historikers Dr. Rainer Karlsch. Das Buch, das sich laut Verlag auf die Auswertung bislang unveröffentlichter Quellen sowie physikalische Gutachten und Messungen stützt, wird am 14. März in Berlin erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der amerikanische Historiker Mark Walker, ein international anerkannter Experte für die Nuklearwaffenentwicklung in der Zeit des Nationalsozialismus, bestätigt der Arbeit von Karlsch Zündstoff. „Ich halte seine Beweisführung für sehr überzeugend“, sagte Walker der dpa am Donnerstag in New York. Walker kennt laut DVA bereits das Buchmanuskript.

Laut Verlagsankündigung testeten deutsche Wissenschaftler 1944/45 auf Rügen und in Thüringen nukleare Bomben. Dabei seien mehrere hundert Kriegsgefangene und Häftlinge ums Leben gekommen. Neben Belegen für die Kernwaffenversuche habe Karlsch auch einen Entwurf für ein Plutoniumbombenpatent aus dem Jahr 1941 gefunden. Karlsch habe zudem zudem im Umland von Berlin „den ersten funktionierenden deutschen Atomreaktor“ entdeckt.

Nach Einschätzung Walkers habe Hitlers Nuklearwaffe nicht annähernd die Gewalt der Atombomben gehabt, die die USA über Hiroshima und Nagasaki abwarfen. Der Geschichtsprofessor vom Union College in Schenectady (US-Bundesstaat New York) verglich das, was eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern insgeheim an Hitlers Heeresamt entwickelt und im Test zur Explosion gebracht haben dürfte, eher mit der so genannten „Dirty Bomb“: Etwas nukleares Material von großen Mengen Sprengstoff umhüllt. Diese Waffe hätte nach Meinung von Walker nur an der Front eingesetzt werden können, um feindliche Truppen zurückzuwerfen.

Der US-Historiker ist der Verfasser des 1990 erschienenen Buches „Die Uranmaschine - Mythos und Wirklichkeit der deutschen Atombombe“ (Siedler Verlag). Walker bescheinigt Karlsch, „ein ganz neues Kapitel“ über Hitlers Suche nach der „Wunderwaffe“ geschrieben zu haben. Der Berliner Historiker sei bei seinen vierjährigen Recherchen unter anderem in russischen Archiven auf Dokumente über eines der großen Rätsel des Dritten Reiches gestoßen. Weitere Informationen habe Karlsch in Dutzenden von Interviews mit „Amateurhistorikern“ in den neuen Bundesländern gewonnen.

Wie DVA-Sprecher Markus Desaga am Donnerstag der dpa sagte, wertete Karlsch zeitgenössische Forschungsberichte, Konstruktionspläne, Luftbilder, Tagebücher beteiligter Wissenschaftler sowie russische und amerikanische Spionageberichte aus. Zudem habe er sich auf physikalische Messungen und Bodenanalysen gestützt.

Karlsch, Jahrgang 1957 ist Dr. oec und promovierte 1986 an der Humboldt-Universität. Danach war er Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Humboldt-Universität, der Historischen Kommission Berlin und der Freien Universität Berlin. Zu seinen Veröffentlichungen gehören „Allein bezahlt? Die Reparationsleistungen der SBZ/DDR 1945-53“ (1993), „Urangeheimnisse“ (2002) und „Faktor Öl. Die Mineralölwirtschaft in Deutschland 1 859-1974“ (2003).

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