Hochschulen
Hochschulrektoren wollen mehr Geld für mehr Studenten

Die Hochschulen verlangen mehr Mittel und mehr Personal, um den erwarteten starken Anstieg der Studentenzahl zu bewältigen. Der amtierende Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Burkhard Rauhut, forderte am Donnerstag in Berlin einen „Hochschulpakt 2020“.

dpa BERLIN. Die Hochschulen verlangen mehr Mittel und mehr Personal, um den erwarteten starken Anstieg der Studentenzahl zu bewältigen. Der amtierende Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Burkhard Rauhut, forderte am Donnerstag in Berlin einen „Hochschulpakt 2020“.

Die Rektoren rechneten mit einem Anstieg der Studentenzahl um mehr als 500 000 auf 2,67 Mill. bis 2014. Staat und Hochschulen sollten durch ein abgestimmtes Maßnahmenpaket dafür sorgen, dass die Qualität der Ausbildung gesichert werden könne. Er bekräftigte zugleich die Forderung der Studiengebühren.

Rauhut hat das Präsidentenamt vorübergehend übernommen, nachdem der bisherige Amtsinhaber Peter Gaehtgens am Mittwoch nach einem heftigen Eklat während einer Sitzung in Bremen zurückgetreten war. Er wies am Donnerstag Berichte zurück, dass Gaehtgens versucht habe, über eine Satzungsänderung die Vizepräsidenten zur entmachten: „Das ist in der Tat aus der Luft gegriffen.“ Dass es außerdem einen Streit um die Kosten für Dienstwohnungen in Bonn und Berlin gegeben habe, höre er zum ersten Mal, versicherte der Rektor der Technischen Hochschule Aachen.

Nach Aussage Rauhuts wird die Studentenzahl auch dadurch steigen, dass 2012 mit der allgemeinen Verkürzung der Schuldauer auf zwölf Jahre zwei Jahrgänge gleichzeitig an die Hochschulen drängten. Das Lehrpersonal solle aufgestockt werden, indem 8 000 ab 2015 frei werdende Professorenstellen schon jetzt und damit über einen längeren Zeitraum doppelt besetzt würden. Außerdem müssten die ursprünglichen Finanzansätze für den Hochschulbau wieder hergestellt werden. Bund und Länder gäben zur Zeit nur 1,9 Mrd. Euro dafür aus, obwohl der Wissenschaftsrat für 2005 ein Volumen von 2,7 Mrd. Euro gefordert habe.

HRK-Generalsekretärin Christiane Ebel-Gabriel sagte, dass auch nach der von der großen Koalition geplanten Föderalismusreform gemeinsames Handeln von Bund und Ländern möglich bleiben müsse. Rauhut sagte, dass die Forderung der HRK nach Einführung von „Studienbeiträgen“ an der Schwelle zur Realisierung stehe. Wenn solche Studiengebühren, dort wo sie eingeführt würden, sehr schnell die Studienbedingungen verbesserten, würden die übrigen Hochschulen schnell nachziehen. Ebel-Gabriel äußerte sich enttäuscht, dass der Versuch, Stipendienfonds aus der Wirtschaft aufzubauen, bisher nicht sehr erfolgreich gewesen sei.

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) unterstützte die Rektorenkonferenz in ihrer Forderung, dass Bund und Länder die Hochschulen angemessen ausstatten müssen. DSW-Präsident Hans-Dieter Rinkens bezeichnete aber die Vorschläge der HRK zu einer Reform der Studienfinanzierung als „widersprüchlich“. Die Empfehlungen, wonach ausnahmslos alle Studierenden Studiengebühren entrichten sollen, gehe einseitig zu Lasten der Studierenden und ihrer Eltern.

Die HRK wird am bei einer Tagung am 20. und 21. Februar einen neuen Präsidenten wählen. Rauhut versicherte, dass er für das Amt dann nicht zur Verfügung stehe.

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