Hochschulen
Privat-Uni Witten Herdecke darf weiter Ärzte ausbilden

Die in die Kritik geratene Privatuniversität Witten/Herdecke darf weiter Humanmediziner ausbilden.

dpa MAINZ/WITTEN. Die in die Kritik geratene Privatuniversität Witten/Herdecke darf weiter Humanmediziner ausbilden.

Der Wissenschaftsrat als beratendes Gremium von Bund und Ländern habe der Neukonzeption der Medizin zugestimmt, teilte Nordrhein-Westfalens Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP), selbst Ratsmitglied, am Freitag mit. Gleichzeitig schloss sich die Landesregierung in Düsseldorf der Empfehlung des Rates an.

Das Ministerium hatte an dem neuen Konzept zuvor mitgearbeitet und der Ruhrgebiets-Universität Chancen für die Fortführung der Medizin eingeräumt. Das Land will jetzt zur Umsetzung die Zuschüsse für die Medizin um 1 auf 4,5 Mill. Euro aufstocken.

Das Konzept für die Medizinerausbildung sieht im Kern eine Personalaufstockung um neun Professoren und 21 wissenschaftliche Mitarbeiter vor. Der Rat hatte zuvor Nachbesserungen in Forschung und Lehre verlangt. Ansonsten hätte die Medizin in Witten/Herdecke die so genannte Akkreditierung, das notwendige Gütesiegel, verloren. „Die erfolgte Vollakkreditierung ist ein Meilenstein in der weiteren Entwicklung der bundesweit in dieser Form einzigartigen privaten Universität“, sagte Pinkwart. Nach der staatlichen Anerkennung der kleinen Universität 1982 hatten Experten die Medizinerausbildung noch als praxisnahes Reformmodell gelobt.

„Der Wissenschaftsrat kommt insgesamt zu dem Ergebnis, dass der Bericht der Universität Witten/Herdecke zur Fortentwicklung ihrer Humanmedizin vom Juni 2006 einen konzeptionell wie strukturell zweckdienlichen Rahmen bildet“, teilte der Rat nach seiner Sitzung in Mainz mit. Die humanmedizinische Lehre könne mit dem neuen Konzept stabilisiert werden und die Forschung sich sowohl im Bereich von grundlagenorientierten als auch klinischen Fächern mit einer zukunftsfähigen Perspektive entwickeln. Außerdem regte der Rat eine verstärkte Forschungskooperation mit anderen Ruhrgebiets-Universitäten an.

Universitäts-Präsident Prof. Wolfgang Glatthaar äußerte sich zufrieden. Das neue Konzept stelle eine konsequente Weiterentwicklung des bisher anerkannten Wittener Ansatzes in der Medizinerausbildung dar. Der Rat habe bereits erklärt, dass sich die Ausbildung „durch innovative Ansätze in der medizinischen Lehre, den frühen intensiven Patientenkontakt der Studierenden, das problemorientierte Lernen sowie die Verknüpfung zwischen vorklinischen und klinischen Studieninhalten“ auszeichne.

Schwerpunkte der Neukonzeption sind neben der Versorgungsforschung eine deutliche Ausweitung der grundlagenorientierten Forschung und Lehre sowie eine wirksame Vernetzung der Fakultäten für Biowissenschaften und Medizin. Die klinische Forschung werde ebenfalls konzentriert und deutlich gestärkt, betonte Glatthaar.

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