Hochschulen
Zahl der Studienanfänger geht zurück

Die Zahl der Studienanfänger in Deutschland ist entgegen der Ziele der Bundesregierung erneut leicht gesunken. Mit 351 900 Menschen schrieben sich 2005 zwei Prozent weniger als im Vorjahr erstmals für ein Studium ein, wie der Präsident des Statistischen Bundesamts, Johann Hahlen, mitteilte.

dpa BERLIN. Die Zahl der Studienanfänger in Deutschland ist entgegen der Ziele der Bundesregierung erneut leicht gesunken. Mit 351 900 Menschen schrieben sich 2005 zwei Prozent weniger als im Vorjahr erstmals für ein Studium ein, wie der Präsident des Statistischen Bundesamts, Johann Hahlen, mitteilte.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) betonte, der Ausbau der Hochschulbildung sei politisch gewollt. Sie konkretisierte ihre Pläne für weitere Bundeshilfen für die Hochschulen trotz der Föderalismusreform. Wirtschaft und Hochschulrektoren stellten unterdessen ihre Forderungen für die Schaffung von Eliteuniversitäten in Deutschland vor. Die bayerische Landesregierung beschloss die Einführung von Studiengebühren.

Der Anteil der Studienanfänger an der entsprechenden Altersgruppe entfernte sich etwas weiter von der Zielmarke von 40 Prozent, an der die große Koalition festgehalten hatte. Im internationalen Vergleich liege Deutschland beim Anteil der Studienanfänger an der entsprechenden Altersgruppe im hinteren Bereich, betonte Hahlen. 2005 sank die Quote leicht auf 36,7 Prozent, nachdem sie seit 2001 von damals 32 Prozent auf 37,5 Prozent 2004 angestiegen war. Der Oecd-Durchschnitt beträgt 53 Prozent.

Schavan betonte in der „Frankfurter Rundschau“ (Mittwoch), die Maximalbelastung der Hochschulen durch mehr Studenten sei erst zwischen 2010 und 2015 zu erwarten. Der Bund werde dabei „nicht Zuschauer sein“. Sie wolle das Jahr 2006 nutzen, um mit den Ländern auch über eine Weiterführung des derzeit laufenden Hochschul-Sonderprogramms zu reden, kündigte Schavan an. Die Koalitionspartner von Union und SPD hatten sich darauf verständigt, dass der Bund den Ländern bei der anstehenden Föderalismusreform in der Bildungspolitik weitgehend freie Hand lässt.

Der Präsident der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitsgeberverbände, Dieter Hundt, forderte: „Wir müssen Leistungseliten in Deutschland stärker fördern.“ Ziel sei es, ein „deutsches Berkeley“ zu schaffen. Hundt war gemeinsam mit der Vizepräsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, und dem Vorstandsvorsitzenden des Pharmaunternehmens Altana AG, Nikolaus Schweickart, vor die Presse getreten. „Unser Land braucht Menschen, die über das normale Maß hinaus Verantwortung übernehmen und Überdurchschnittliches leisten“, sagte Hundt.

Die Zahl der Studenten insgesamt sank durch die Einführung von Gebühren für Langzeit- und Zweitstudium unter anderem in Hessen und Nordrhein-Westfalen, wie aus den Angaben des Statistischen Bundesamts weiter hervorgeht. Im Wintersemester 2004/2 005 fiel die Zahl um drei Prozent auf 1,96 Millionen. Im laufenden Wintersemester stieg die Zahl wieder leicht auf 1,98 Millionen.

Jochen Dahm, Geschäftsführer des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren, sagte: „Studiengebühren schrecken vom Studium ab, das ist wieder einmal bestätigt worden.“ Die weitere Einführung allgemeiner Studiengebühren zum Studienbeginn werde mehr Menschen vom Studium abschrecken.

In Bayern werden ab 2007 Studiengebühren bis zu 500 Euro fällig. Die Staatsregierung beschloss die größte Reform der Hochschulen seit 30 Jahren. Die Hochschulen erhalten größere Selbstständigkeit - bis hin zu Prüfungs- und Studienordnungen. Die Vorschriften für die Hochschulen sollten um ein Drittel reduziert werden, sagte Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU). Mehrere tausend Studierende demonstrierten in Würzburg gegen die Gebührenpläne.

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