Höhere Auflösung erleichtert Diagnose
Computertomographen erobern neue Anwendungen

Die Hersteller von Medizintechnik Siemens, Toshiba, General Electric und Philips liefern sich bei den Innovationen in der Formel 1-Klasse der Computertomographen (CT) ein Kopf-an-Kopfrennen.

HB DÜSSELDORF. Die High-End-Geräte, die so genannten 16-Zeilen-Tomographen, die zurzeit in den Kliniken und radiologischen Praxen installiert werden, unterscheiden sich nur noch in wenigen Details voneinander. Mit der Entwicklung einer neuen Röntgenröhre für den CT hat sich Siemens nun in die Pole Position gebracht. Die Innovation sorgt dafür, dass sich künftige Tomographen des Herstellers ohne Unterbrechung nutzen lassen.

Die so genannte Straton-Röhre, die Siemens in die neuen 16-Zeiler einbaut, verfügt über eine Anodenkühlung, mit der die an der Elektrode entstehende Wärme durch kühlendes Öl direkt abgeführt wird. „Selbst unter größter Belastung kühlt die neue Röhre innerhalb von nur 20 Sekunden ab, so dass die neuen Tomographen praktisch ununterbrochen laufen können“, beschreibt Siemens-Entwickler Thomas Flohr den Vorteil der neuen Technik.

Bislang wurde die während der Scans entstehende Wärme in der Anode gespeichert. Damit möglichst viele Untersuchungen hintereinander durchgeführt werden können, haben die Hersteller die Anode immer dicker gemacht und so die Wärmespeicherfähigkeit weiter verbessert. Doch irgendwann ist die Anode so weit aufgewärmt, dass der Tomograph nur noch durch eine längere Unterbrechung der Untersuchung wieder abgekühlt werden kann.

Die neuen Tomographen, die Siemens im Herbst erstmals auf dem nordamerikanischen Radiologen- Kongress in Chicago vorgestellt hat, zeichnen sich aber nicht nur durch eine höhere Verfügbarkeit aus, sondern liegen mit 0,37 Sekunden pro Umdrehung auch bei der Rotationsgeschwindigkeit vorne. Die Geräte von General Electric (GE) und Toshiba drehen mit 0,40 Sekunden und der Philips-CT mit 0,42 Sekunden.

Von der – nur wenige Hundertstel-Sekunden höheren – Umlaufgeschwindigkeit könnten die Kardiologie profitieren. „Wir versprechen uns von dem neuen CT eine höhere Zeitauflösung und damit qualitativ bessere Informationen über die Beschaffenheit des Herzens“, sagt der Radiologe Wolfgang Lemmen. Die Wuppertaler Praxis, in der Lemmen arbeitet, hat sich auf die Diagnose von Herzerkrankung spezialisiert und vor wenigen Wochen ein CT von GE gegen den neuen 16-Zeiler von Siemens ausgetauscht.

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