Höhlensystem Ox Bel Ha Forscher erkunden faszinierende Unterwasserwelt

Jedes Jahr kommen Zehntausende nach Tulum an der mexikanischen Karibikküste, um im türkisfarbenen Meer zu baden oder die historischen Maya-Ruinen zu besuchen. Die eigentliche Attraktion allerdings liegt im Verborgenen.
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Ein Taucher dringt in das Höhlensystem Ox Bel Ha (Drei-Wasser-Pfad) bei Tulum in Mexiko vor. Quelle: dpa
Tauchgang in der Unterwelt

Ein Taucher dringt in das Höhlensystem Ox Bel Ha (Drei-Wasser-Pfad) bei Tulum in Mexiko vor.

(Foto: dpa)

TulumJedes Jahr kommen Zehntausende Urlauber nach Tulum an der mexikanischen Karibikküste, um im türkisfarbenen Meer zu baden, die Maya-Ruinen direkt am Strand zu besuchen oder bei gegrilltem Fisch und kühlem Bier in dem einstigen Hippieort zu entspannen. Die eigentliche Attraktion allerdings liegt im Verborgenen.

Unter dem Marschland südlich von Tulum erstreckt sich Ox Bel Ha (Drei-Wasser-Pfad) – mit rund 270 Kilometern eines der längsten Unterwasserhöhlensysteme der Welt. Es ist eine faszinierende Unterwasserwelt: Kilometerlang reichen die Schächte in das Hinterland, Stalagmiten wachsen in die Höhe, mächtige Felsvorsprünge ragen in die Kanäle hinein.

Das weit verästelte Netz wurde 1996 entdeckt und ist über etwa 140 Wasserlöcher, sogenannte Cenotes, mit der Oberfläche verbunden. Doch nicht nur für Taucher ist Ox Bel Ha ein spannender Abenteuerspielplatz, auch Wissenschaftlern bietet das Höhlensystem ein interessantes Forschungsfeld.

Inseln der Extreme
Extreme Inseln
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Sie sind traumhaft schön oder unwirtlich, sehr jung oder uralt - und manchmal sogar lebensgefährlich. Eine Reise zu einigen der extremsten Inseln der Erde.

Bouvet Island – die entlegenste Insel der Welt
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Wenn Sie eines Tages mal wirklich das Weite suchen wollen, wäre Bouvet Island genau das Richtige – zumindest, wenn Ihnen Seevögel und Robben als einzige Gesellschaft zusagen. Keine andere Insel ist weiter vom nächsten Stück Festland entfernt als dieses kleine Eiland, das zwar zu Norwegen gehört, aber im Südatlantik liegt. 1700 Kilometer sind es bis zum nächsten Kontinent, der Prinzessin-Astrid-Küste in der Antarktis. 2260 Kilometer müssen Sie zurücklegen, bis Sie zur nächsten Siedlung auf Tristan da Cunha gelangen. (Foto: Nasa)

Tristan da Cunha – die entlegenste Siedlung der Welt
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Nicht jede abgelegene Insel ist auch unbesiedelt, wie das britische Überseeterritorium Tristan da Cunha belegt. 2800 Kilometer sind es bis Südafrika, 3000 Kilometer bis nach Südamerika, dennoch lebten im September 2016 mehr als 260 Menschen im Örtchen Edinburgh of the Seven Seas.

Tristan da Cunha ist ein aktiver Schildvulkan, der durch einen so genannten Hotspot genährt wird – eine Magmablase in der Erdkruste. Sein Gipfel, der Queen Mary's Peak, ragt 2062 Meter über dem Meeresspiegel auf.

Madagaskar – die älteste Insel der Erde
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Eine der größten Inseln der Erde ist gleichzeitig auch die älteste. Seit 88 Millionen Jahren hat Madagaskar keinen Kontakt mehr mit einem Kontinent – damals spaltete sich die Insel von Indien ab, das seinerseits als ehemaliger Teil des riesigen Kontinents Gondwana nach Norden driftete. Die Geschichte der Menschen auf Madagaskar ist dagegen deutlich kürzer. Maximal seit 2500 Jahren siedeln sie hier.

Doch sie haben in dieser Zeit die Ökosysteme gravierend umgestaltet. Von den ursprünglichen Wäldern sind nur kleine Reste übrig geblieben, vor allem Brandrodung wirkt sich verheerend aus: Der frei gelegte Boden kann die Niederschläge nicht halten und wird ins Meer geschwemmt. Madagaskar gehört weltweit zu den Staaten, die am stärksten mit Erosion zu kämpfen haben.

Hunga Tonga-Hunga Ha'apai – die jüngste Insel der Erde
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Das genaue Gegenteil von Madagaskar ist eine noch unbenannte Insel in der Südsee mit dem zungenbrecherischen Arbeitsnamen Hunga Tonga-Hunga Ha'apai, die erst seit Januar 2015 über dem Meer aufragt. Im November und Dezember 2014 begann hier eine Serie von Eruptionen, bei der große Mengen Asche und Lava ausgestoßen wurden, bis der Gipfel des Vulkans über dem Wasser sichtbar wurde.

Hunga Tonga-Hunga Ha'apai besteht vor allem aus lockerem Gesteinsmaterial. Deswegen erwarten Geologen ohne weitere Ausbrüche ihren baldigen Untergang: Die Wellen nagen rasch an diesem Stück Land. (Foto: dpa)

Devon Island – riesig und unwirtlich
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Mit einer Fläche von 55.247 Quadratkilometern ist Devon Island im arktischen Teil Kanadas die größte dauerhaft unbesiedelte Insel der Erde. Angesichts der unwirtlichen Bedingungen ist das kein Wunder: Der Devon-Eisschild bedeckt ein Viertel der Insel, der Rest wird überwiegend von Permafrostböden eingenommen. Und die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei minus 16 Grad Celsius.

Beliebt ist das Gebiet allerdings bei Marsforschern, denn die Wetterbedingungen ähneln jenen auf dem Roten Planeten. Auf der Flashline Mars Arctic Research Station leben regelmäßig Teams, die einen Aufenthalt auf unserem Nachbarplaneten simulieren sollen – als Vorbereitung für eine spätere Marsmission. (Foto: Nasa)

Flevopolder – die größte künstliche Insel
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Die größte von Menschenhand neu geschaffene Insel dürfte gegenwärtig in Europa liegen, genauer gesagt im niederländischen Ijsselmeer. Mit einer Fläche von knapp 1000 Quadratkilometern gehört das Flevoland gleichzeitig zu den umfassendsten Landgewinnungsmaßnahmen der Niederlande. Nur ein schmaler Kanal trennt die Insel vom angrenzenden Festland. Er blieb erhalten, damit das Grundwasser dort nicht zu stark sinkt. Geschützt wird die Region durch den 32 Kilometer langen Abschlussdeich, der das Ijsselmeer von der Nordsee trennt und Sturmfluten fernhalten soll. (Foto: Nasa)

Ein Team um den Biologen David Brankovits entdeckte dort kürzlich, dass Methan eines der wichtigsten Nahrungsquellen für Bakterien und Mikroben in den Höhlen darstellt und damit eine wesentliche Grundlage für die gesamte Nahrungskette in der Unterwasserwelt bildet.

Das Methan entsteht an der Erdoberfläche bei der Verrottung abgestorbener Pflanzen. Dann sinkt es durch den Boden und die Kalksteinschicht bis in die unterirdischen Höhlen herab. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher jüngst in dem wissenschaftlichen Fachmagazin „Nature Communications“.

„Methan ist der Schlüssel – die Organismen in den Höhlen müssen sich von Methan-Gas ernähren. Das hat uns überrascht“, sagt Brankovits. Der Ungar forscht an der Texas A&M Universität in Galveston für seine Doktorarbeit. Bislang waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die Lebewesen sich von Pflanzenteilen ernähren, die in die Höhlen gespült werden. Allerdings entdeckten die Forscher bei ihren Tauchgängen in den Unterwasserhöhlen kaum pflanzliches Material.

„In den Höhlen leben Organismen ohne Sonnenlicht und alle Nahrungsquellen liegen nur in gelöster Form vor. Würde es keine Mikroben geben, die Methan und andere aufgelöste Energiequellen nutzen, könnten diese Tiere nicht überleben“, sagt Brankovits. Die Höhlen sind vor allem von Krustentieren besiedelt. Die Studie zeigt, dass sich beispielsweise eine Krabbenart zu 21 Prozent von Methan ernährt.

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