Forschung + Innovation
„Hubble“ erspäht rätselhaften Sternen-„Pfannkuchen“

Das Weltraumteleskop „Hubble“ hat in der benachbarten Andromeda-Galaxie eine Art Pfannkuchen aus jungen, blauen Sternen erspäht, den es eigentlich nicht geben sollte.

dpa HAMBURG/GARCHING. Das Weltraumteleskop „Hubble“ hat in der benachbarten Andromeda-Galaxie eine Art Pfannkuchen aus jungen, blauen Sternen erspäht, den es eigentlich nicht geben sollte.

Denn die Sternenscheibe wirbelt eng um ein massereiches Schwarzes Loch im Zentrum unserer Nachbargalaxie, dessen Schwerkraft sämtliche Materie in der Umgebung auseinander reißen sollte. Die Kolonie junger, heißer Sterne erkläre zwar den rätselhaften blauen Schimmer in dem Galaxiekern, über den sich Forscher schon lange wundern. Sie sei aber selbst nicht weniger rätselhaft, berichtet ein Astronomenteam um Ralf Bender vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching bei München im Fachblatt „Astrophysical Journal“ (Bd. 631, S. 280) vom Dienstag.

Etwa 400 junge Sonnen kreisen in der kleinen Scheibe von nur etwa einem Lichtjahr Durchmesser im atemberaubenden Tempo von 3,6 Mill. Kilometern pro Stunde um das Schwarze Loch. „Die Beobachtung dieser Sterne ist, wie einem Magier zuzusehen, der ein Kaninchen aus dem Hut zaubert: Man weiß, dass es da ist, aber nicht wie es sein kann“, sagte Tod Lauer aus dem Astronomenteam.

Die Daten untermauern auch die Existenz des massereichen Schwarzen Lochs in der Andromeda-Galaxie (M31). Alle anderen Erklärungsversuche für die große Masse-Ansammlung im Kern der Nachbargalaxie würden damit ausgeschlossen, betonen die Forscher. „Mit dem Nachweis des Schwarzen Lochs im Zentrum der Scheibe blauer Sterne wird deren Entstehung aber schwer verständlich“, sagte Bender. Das Gas, aus dem sich Sterne bilden könnten, umrunde das Schwarze Loch so schnell, dass eine Sternentstehung nahezu ausgeschlossen erscheine. „Aber die Sterne sind da.“

Zudem scheine die blaue Sternenkolonie keine einmalige Erscheinung zu sein. „Die jungen Sterne sind so kurzlebig, dass es in der zwölf Mrd. Jahre langen Geschichte der Andromeda-Galaxie unwahrscheinlich ist, dass eine solche kurzlebige Scheibe gerade jetzt auftauchen sollte“, erläuterte Lauer vom US-Observatorium für optische Astronomie in Tucson (US-Staat Arizona). Die Astronomen hoffen, aus der Beobachtung auch etwas über andere, weiter entfernte Sternensysteme lernen zu können.

Unsere Nachbargalaxie im Sternbild Andromeda besteht aus weit über 150 Mrd. Sonnen, die drei Mill. Lichtjahre von uns entfernt sind. Die Andromeda-Galaxie mit ihrem Durchmesser von mehr als 100 000 Lichtjahren ist das fernste Objekt, das noch mit bloßen Augen zu sehen ist.

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