Hubble-Teleskop
Forscher entdecken bisher älteste Galaxie

Das Hubble-Teleskop hat die bisher älteste Galaxie entdeckt - und sie entstand früher als bisher angenommen: Die Sterne einer nun entdeckten Galaxie bildeten sich nur 0,2 Milliarden Jahre nach dem Urknall.
  • 0

Washington/ParisDie ersten Galaxien entstanden früher als angenommen. Diese Schlüsse ziehen Astronomen der amerikanischen und europäischen Weltraumorganisationen Nasa und Esa aus Daten des Weltraumteleskops "Hubble". Sie entstanden demnach vor 13,5 Milliarden Jahren.

Erst im Januar hatte "Hubble" eine Galaxie gefunden, die rund 13,2 Milliarden Jahre alt ist. Für die Astronomen weist die neue Entdeckung darauf hin, wie früh sich nach dem Urknall Sterne und Galaxien gebildet haben. "Die ersten Galaxien müssen schon viel länger da sein, als wir zunächst dachten", erklärte Dan Stark vom internationalen Forscherteam.

Die bislang unbekannte, weit entfernte Galaxie war für die Wissenschaftler nur mit Hilfe einer kosmischen Lupe zu sehen, einer sogenannten Gravitationslinse. Das Sternsystem liegt hinter einem Galaxiehaufen namens Abell 383, der mit der Kraft seiner Masse - der Gravitation - Lichtstrahlen ablenkt und damit verstärkt. Selbst die größten heute verfügbaren Teleskope hätten nach den Expertenangaben die lichtschwache Galaxie ohne den Gravitationslinsen-Effekt nicht wahrnehmen können.

Die Astronomen untersuchten das Lichtspektrum der Galaxie und konnten so ihre Entfernung und das Alter ihrer Sterne ermitteln. Je weiter sich eine Galaxie durch die Ausdehnung des Universums entfernt, desto weiter wird ihr Licht in den roten Wellenbereich verschoben. Zwar sei die Rotverschiebung nur mit sechs gemessen worden, was einem Alter von etwa 12,8 Milliarden Jahren entspricht. Doch die Untersuchung der lichtschwachen Sterne habe gezeigt, dass das Sternsystem bereits etwa 750 Millionen Jahre früher angefangen haben muss, sich zu formieren.

Mit der Erforschung der ersten Galaxien hoffen die Wissenschaftler auch das Rätsel zu lösen, wie sich nach dem Urknall ultraviolettes Licht im finsteren Weltraum ausbreiten konnte. Davor - im sogenannten Kosmischen Dunklen Zeitalter - schluckte ein diffuser Nebel aus Wasserstoffgas nahezu jedes Licht. Die Astronomen vermuten, dass die ersten Sternsysteme mit ihrer Strahlung das Gas ionisiert und damit den Nebel gelichtet haben. Endgültige Erklärungen erwarten sie mit der Technik des "Hubble"-Nachfolgers "James Webb", der frühestens 2014 ins All gebracht werden soll.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Hubble-Teleskop: Forscher entdecken bisher älteste Galaxie"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%