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Hungrige Raupen fressen Eichen kahl

Gefräßige Raupen stillen derzeit ihren Hunger an rheinland-pfälzischen Eichenblättern.

dpa TRIER/NEUSTADT/WEINSTRAßE. Gefräßige Raupen stillen derzeit ihren Hunger an rheinland-pfälzischen Eichenblättern. Von den gierigen Frostspannern und Eichenwicklern besonders betroffen seien die Wälder an der Mosel und im Rheintal, sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt, Hans Werner Schröck, der dpa.

Dort gebe es regelrechte „Massenvermehrungen“. In mehr als der Hälfte der Fälle fressen die Tiere über 50 Prozent der Blattwerkes am Baum. „In manchen Beständen kann es auch zum Kahlfraß kommen“, meinte Schröck.

Auch der südpfälzische Bienwald sei bereits in Mitleidenschaft gezogen. Das Ausmaß des Schadens sei noch nicht absehbar und hänge unter anderem von der Witterungsentwicklung ab, sagte die Sprecherin der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) in Neustadt, Nora Schweikert. „Anfang Juni ist der Raupenfraß erfahrungsgemäß zu Ende. Dann sieht man die Schäden.“

Gesunde Bäume treiben nach dem Befall der Raupen Anfang Juni wieder neu aus. Kritisch wird es aber für abgefressene Bäume, wenn neben den beiden Schmetterlingsraupen noch andere Raupenarten dazu kommen. Dies sei etwa beim Schwammspinner der Fall, der den Blättern bis Ende Juni weiter schaden könnte, sagte Schröck. Auch andere Schädlinge wie der Eichenprachtkäfer suchten sich gern geschwächte Eichen aus. Schließlich könnten Hitze und Trockenheit dazu beitragen, dass Bäume weniger Blätter bildeten. Angeschlagene Bäume könnten schließlich auch absterben.

Die Massenvermehrung der Spanner und Wickler verläuft nach Expertenangaben zyklisch - alle sieben bis neun Jahre. Sie dauert in der Regel zwei bis drei Jahre, wobei sie von Jahr zu Jahr stärker ausgeprägt ist. „Im letzten Jahr war die Mosel leicht befallen, dieses Jahr ist es deutlich mehr“, sagte Schröck. Die Schädlinge würden zuerst in Tieflagen auftreten. Der Fraß beginne in wärmeren Weinbauregionen. Höher gelegene Regionen wie der Pfälzerwald seien in der Regel weniger und später betroffen, sagte Schweikert. Die Raupen bevorzugen Eichen, können aber auch Buchen und Obstbäume heimsuchen.

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