„Ich wurde fast immer überrascht“
Rätselraten um die Nobelpreisträger

In Stockholm beginnt am Montag die Bekanntgabe der diesjährigen Nobelpreisträger. Zum Auftakt wird der Preis für Medizin vergeben. Das Rätselraten, wer die prestigeträchtigen Auszeichnungen erhält, läuft bereits seit Wochen auf Hochtouren.

HB STOCKHOLM. Das Karolinska-Institut eröffnet den Reigen der diesjährigen Nobelpreise, die alle mit zehn Mill. Kronen (1,09 Mill. Euro) dotiert sind. Die Auszeichnung für Medizin ging im vergangenen Jahr an die US-Wissenschaftler Andrew Fire und Craig Mello für ihre Entdeckung der so genannten RNA-Interferenz, die in einem Organismus für das Ausschalten einzelner Gene verantwortlich ist. Bis zum 12. Oktober werden auch die Preisempfänger für Physik, Chemie, Literatur und Frieden bekannt gegeben.

Während das Nobelkomitee sich in strengster Geheimhaltung übt, blühen weltweit unterdessen wilde Spekulationen. Für den Friedensnobelpreis wurde in diesem Jahr auch immer wieder der Name von Altbundeskanzler Helmut Kohl wegen dessen Verdienste um die deutsche Einheit genannt. Die meisten Experten wetten jedoch auf ein anderes Thema: den globalen Klimawandel.

Der frühere US-Vizepräsident und jetzige Umweltaktivist Al Gore kam deswegen immer wieder für die Auszeichnung ins Gespräch. Möglicherweise könnte er den Preis zusammen mit der kanadischen Inuit-Aktivistin und Umweltschützerin Sheila Watt-Cloutier zusammen bekommen. „Dann hätte es mit Klimawandel zu tun und es wäre ein Preis, der an eine Frau und einen Mann geht“, sagt der Leiter des Internationalen Friedensinstituts in Oslo, Stein Toennesson. Er stellt jedes Jahr eine viel beachtete Liste möglicher Favoriten zusammen, lag in der Regel aber völlig daneben. „Ich wurde fast immer überrascht“, gibt er zu.

Eine andere Möglichkeit wäre es Toennesson zufolge, die Auszeichnung dem Weltklimarat (IPCC) zuzusprechen. Aber das wäre nach der Verleihung an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) 2005 wieder eine mit den Vereinten Nationen zusammenhängende Organisation. Auch der finnische Uno-Vermittler in Indonesien und im Kosovo, Martti Ahtisaari, kommt immer wieder als Kandidat für den Friedensnobelpreis ins Gespräch.

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