„Idiopathische Dilatative Cardiomyopathie“
Immunsystem verursacht Herzschwäche

Eine Herzschwäche wird nicht immer durch einen Infarkt oder einen Herzklappenfehler verursacht. Sie kann auch entstehen, wenn das Immunsystem den Herzmuskel angreift.

HB/hsn DÜSSELDORF. Das haben jetzt Wissenschaftler von der Uni Würzburg nachgewiesen. Die Forscher haben ihre Arbeit in der Mai-Ausgabe des Fachblatts „Journal of Clinical Investigation“ veröffentlicht.

Roland Jahns von der Medizinischen Poliklinik und seine Arbeitsgruppe am Lehrstuhl für Pharmakologie erforschen die so genannte „Idiopathische Dilatative Cardiomyopathie“ (DCM) – eine schwere Herzmuskelschwäche, die im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auftritt. Die Betroffenen können im Endstadium oft nur durch eine Herztransplantation gerettet werden. Bei 25 bis 30 % der Patienten ist diese Form der Herzschwäche durch genetische Defekte bedingt, bei 10 bis 15 % liegt direkte Schädigung des Herzmuskels vor – ausgelöst durch Alkohol oder eine Chemotherapie.

Bei rund 30 % der Patienten finden sich Antikörper im Blut, die sich gegen ein winziges Molekül in der Wand der Herzmuskelzellen richten, das dafür sorgt, dass das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet wird, wodurch das Herz schneller und kräftiger schlägt. Unklar war bisher, ob die Antikörper als Folge der Herzschwäche entstehen oder ob sie die Ursache für die Krankheit sind. Letzteres ist der Fall, wie die Würzburger Forscher jetzt in Tierversuchen nachgewiesen haben.

Mit diesen Erkenntnissen haben die Mediziner nun die Möglichkeit, neue Therapien zu entwickelt. So ist es denkbar, die negative Wirkung der Antikörper mit Medikamenten aufzuheben, etwa mit Beta-Blockern. Alternativ könnten die Antikörper auch durch eine spezielle Dialyseform, die so genannte Immunadsorption, aus dem Blut der Patienten ausgewaschen werden.

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