IFA 2009
Der Haushalt wird zum Kinderspiel

Backöfen, die automatisch für einen schmackhaften Braten sorgen, Trockner, die empfindliche Fasern vor dem Einlaufen schützen, und Waschmaschinen, die selbst die hartnäckigsten Flecken beseitigen. Die Hersteller von Hausgeräten versuchen in diesem Jahr, die Kunden nicht nur mit höherer Energieeffizienz ihrer Geräte zu überzeugen. Auf der Ifa 2009 in Berlin locken sie mit Innovationen, die die Bedienung der elektronischen Hilfen im Haushalt zum Kinderspiel machen sollen.
  • 0

DÜSSELDORF. Vor allem die Verbraucher in Deutschland seien bereit, für mehr Komfort auch mehr Geld auszugeben, sagt Roland Hagenbucher, Geschäftsführer von Siemens Hausgeräte im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das habe sogar in der Krise funktioniert. So ist der Umsatz selbst mit teuren Premium-Hausgeräten, die sich durch anspruchsvolles Design und neueste Technik auszeichnen, hierzulande im ersten Halbjahr dieses Jahres gegenüber dem gleichen Zeitraum 2008 noch leicht um ein Prozent gewachsen.

Insgesamt haben die Firmen sogar deutlich mehr Geräte verkauft als in der ersten Hälfte vergangenen Jahres. Vor allem das Ersatzgeschäft mit Sologeräten hat dazu geführt, dass der Markt für Hausgeräte in Deutschland von Januar bis Ende Juni um fast vier Prozent zugelegt hat. Der Grund: bis Mitte der neunziger Jahre gab es einen Boom bei den Hausgeräten. Nun - etwa 15 Jahre später - ist die Technik verschlissen und die Geräte müssen nach und nach ausgetauscht werden. "Das hilft uns jetzt", sagt Hagenbucher.

Im Rest Europas lief das Geschäft allerdings nicht so gut. Mit Ausnahme vom polnischen Markt sei der Umsatz in den anderen Ländern gesunken, sagt Hagenbucher. Die Branche setze deshalb große Hoffnungen auf die Ifa. Laut Hagebucher haben die Hausgerätehersteller in Berlin eine wichtige neue Plattform gefunden. Die Messe sei nicht nur Konjunkturbarometer, sondern auch Konjunkturmotor für die Branche.

Die Ifa ist für die Hersteller gleichzeitig aber auch eine Herausforderung. Sie scheinen beweisen zu wollen, dass ihre Innovationen, die im Grunde nur einfache Dinge im Haushalt erledigen müssen, durchaus mit der bunten Unterhaltungselektronik mithalten können. Um die beiden unterschiedlichen Welten zu verknüpfen hat beispielsweise Siemens in seine Kühl-Gefrierkombination "coolMedia" einen Flachbildfernseher eingebaut. Das 17-Zoll-LCD-Gerät ersetzt eine der drei Türen und sorgt dafür, dass es während der Küchenarbeit nicht langweilig wird.

Aber auch sonst geht es in der Küche farbiger zu: Da sorgen blaue Leuchtdioden in der Spülmaschine dafür, dass das Geschirr beim Öffnen der Tür besonders sauber aussieht. Und in einem Kühlschrank von Panasonic simulieren blinkende Leuchten im Frischhaltefach den Blau- und Grünanteil des Sonnenlichts. "Und aktivieren so die natürlichen Sonnenschutzmechanismen von Obst und Gemüse und stoppen den Vitaminabbau", wie Panasonic-Marketingleiter Rainer Engel erläutert.

Das Thema Frische steht bei allen Anbietern von Kühlschränken im Mittelpunkt. Luftfilter und antibakterielle Oberflächen vertreiben schädliche Keime. Feuchtigkeitsregulierung, getrennte Lagerfächer sowie Null-Grad-Bereiche sorgen dafür, dass die Lebensmittel länger halten.

Seite 1:

Der Haushalt wird zum Kinderspiel

Seite 2:

Kommentare zu " IFA 2009: Der Haushalt wird zum Kinderspiel"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%