IFMA in Köln
High-Tech-Drahtesel für die Stadt

Fahrradfahren wird immer komfortabler. Mit ultraleichten Carbonrädern, trendigen Cityrädern mit unterstützendem Elektromotor oder bunten Liegerädern versuchen die Anbieter auf der diesjährigen Fahrradmesse IFMA in Köln neue Kunden zu gewinnen. Ein weiterer Trend auf der Messe, die noch bis zum Montag andauert, ist das Bemühen um mehr Sicherheit.

DÜSSELDORF. Mit verbesserter Beleuchtungstechnik, mit Hilfe stromsparender LEDs und Nabendynamos soll das Radfahren auch in der Dunkelheit sicherer werden.

"Der Fahrradmarkt wächst seit Jahren konstant mit 4,5 Millionen Einheiten pro Jahr sehr stabil", sagt der Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands Rolf Lemberg. Damit dieser Trend auch weiterhin anhalte, müssten sich die Hersteller schon etwas einfallen lassen. Zusätzliches Marktpotenzial sieht der Verbandschef vor allem bei den Pedelecs. "Das sind Fahrräder mit eingebautem Rückenwind, die bis 25 Stundenkilometern den Fahrer mit Motorkraft unterstützen", sagt Lemberg. Sie würden zu einer interessanten Alternative zu Auto und Motorrad in der City.

Hatten die Elektrofahrräder bislang eher den Ruf ein Produkt für ältere Menschen zu sein, die nicht mehr ganz so viel Kraft aufbringen, so versuchen die Hersteller ihren E-Bikes mit bunten Farben und pfiffigem Design ein neues Image zu verschaffen. "Die Zielgruppe für E-Bikes wird immer jünger", sagt Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad. "Viele Käufer fahren am Wochenende Rennrad, in der Woche aber im Anzug mit dem E-Bike zur Arbeit, ohne zu schwitzen." Dennoch bleibe ein Fitness-Gefühl, da es nicht ganz ohne Körpereinsatz gehe. Die Batterie lässt sich zu Hause an der Steckdose aufladen. Ein drei bis vier Stunden aufgeladener Akku bringe den Radler bis zu 60 Kilometer weit.

Während früher nur Spezialanbieter wie die Firma Heinzmann aus dem Schwarzwald Elektrofahrräder im Programm hatten, werden die E-Bikes inzwischen auch von traditionellen Fahrradbauern angeboten. "Rund 90 Prozent der Hersteller setzen inzwischen auf Pedelecs. Mit Preisen zwischen 1 500 und 2 000 Euro pro Rad sei dies aber weiterhin ein Nischenmarkt, schätzt Verbandschef Lemberg.

Ein weiteres Thema auf der Messe sind so genannt Carbonbikes - Fahrräder deren Rahmen aus mit Kohlefaser verstärktem Kunststoff gefertigt werden. "Solche Räder sind besonders leicht und übertragen durch die hohe Steifigkeit des Material ist die Kraftübertragung optimal", sagt Siegfried Neuberger, Technikexperte beim Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Fahrräder für den Rennsport besitzen fast ausschließlich einen Carbonrahmen. Nun wird der teuere Werkstoff auch in City- und Trekkingrädern verbaut.

Ein anderes Highlight der Messe ist ein faltbares grasgrünes Liegerad: Der "Grasshopper" lässt sich mit nur wenigen Handgriffen in ein handliches Paket zusammenfalten - rund 90 mal 60 mal 70 Zentimeter groß und nur 16 Kilogramm schwer. "Liegeräder werden salonfähig", sagt Thomas Dannenmann vom Hersteller-Unternehmen HP Velotechnik. Früher sei das eher eine alternative Sache gewesen, sagte er. "Inzwischen ist es cool, weil es High-Tech ist", so Dannenmann. Und ein weiteres Argument für die Liegeräder spricht sich immer mehr rum: "Die eigenwillige Konstruktion bietet neben einer besseren Aerodynamik auch ergonomische Vorteile, was zu einer höheren Kraftausnutzung führt", sagt ZIV-Experte Neuberger.

Bei aller High-Tech-Entwicklung war die Beleuchtung der Räder lange Zeit eine Schwachstelle. Funzelige Birnchen und schwache Dynamos bieten in der Dunkelheit nur wenig Sicht. Das hat sich mit der Entwicklung der Leuchtdioden geändert. Erst wurden die Rücklichter mit roten LEDs ausgestattet und nun sind auch die Scheinwerfer vorne dran. Weiße LEDs bieten eine vierfach höhere Leuchtkraft als die Minibirnen und kleine elektrische Kraftwerke in der Nabe des Vorderrads- so genannt Nabendynamos - liefern auch bei nassem Wetter zuverlässig die notwenige Energie.

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