Im Flugverkehr steckt noch viel Sparpotenzial
Triebwerke könnten weniger Treibstoff verbrauchen

Zahlreiche Fluggesellschaften reagieren kurzfristig mit Kerosinzuschlägen auf die hohen Ölpreise. Um Treibstoffkosten langfristig zu drücken, optimieren Wissenschaftler und Ingenieure in vielen Bereichen Verbrauchswerte zukünftiger Flugzeuge. Experten gehen davon aus, dass sich der Kraftstoffverbrauch in den nächsten Jahrzehnten nochmal um 10 bis zu maximal 50 Prozent reduzieren lässt.

HB HAMBURG. Kohlenwasserstoffe werden jedoch auch noch auf längere Sicht der Hauptbrennstoff sein, sagt Sigmar Wittig, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Dass sich neue Treibstoffe wie zum Beispiel Wasserstoff in der Luftfahrt nicht so schnell durchsetzen können, hat unter anderem Gewichtsgründe: „Kerosin hat eine extrem hohe Energiedichte“, sagt Wittig. Wie viel Sparpotenzial noch in technischen Verbesserungen steckt, zeigt ein Blick auf die vergangenen Jahrzehnte am Beispiel Lufthansa: Nach Angaben des Unternehmens stieg die Transportleistung der Konzernflotte von 1991 bis heute um 192 Prozent, Treibstoffverbrauch und Kohlendioxidemissionen jedoch nur um 90 Prozent.

Sparsame Triebwerke haben noch einen Nebeneffekt: Sie sind wesentlich leiser. Donnert ein älteres Flugzeug wie eine Boeing 727 oder eine ältere Tupolew über die Startbahn, dann wird viel Kerosin in Krach verwandelt. Hebt dagegen ein moderner Airbus A340-600 ab, lassen sich meist Gespräche fortsetzen, ohne die Stimme zu heben.

„Wir müssen aber auch das Gesamtsystem verbessern und nicht nur den Antrieb“, sagt Wittig. Neben aerodynamischen Verbesserungen stehen die Organisation der Flugsicherung und der Ablauf am Flughafen auf dem Prüfstand. Das beginnt bei besserer Planung von Flugrouten und reicht bis zum Ausrollen nach der Landung.

Wie sehr sich Warteschleifen auf die Kraftstoffbilanz auswirken, dokumentiert der Lufthansa-Umweltbericht: Im Jahr 2003 verbrauchten die Flugzeuge des Konzerns 33 200 Tonnen Kerosin in Warteschleifen. Den Durchschnittsverbrauch eines modernen Airbus A340 angesetzt, hätten mit dieser Treibstoffmenge rund 170 000 Passagiere von Frankfurt nach New York fliegen können.

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