Im Gespräch: Bertrand Piccard
„Wir sind Pioniere“

Bertrand Piccard umrundete als erster Mensch die Erde im Ballon. Pioniertaten haben in seiner Familie Tradition: Der Vater stellte den Tiefenrekord mit einem U-Boot auf, der Großvater bereiste als erster Mensch mit einem Ballon die Stratosphäre. Hinter Piccards neustem Projekt, einer Weltumrundung im Solarflugzeug, steckt allerdings weniger die reine Abenteuerlust, wie er im Interview verrät.
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Wirtschaftswoche: Herr Piccard, Sie sind Unternehmer, Abenteurer, und Arzt. Von welchem Beruf leben Sie?

Bertrand Piccard: Ich bin auch noch Forscher, Pilot, Referent, Buchautor, Botschafter für die Uno und stehe einer Charity Foundation vor.

Sie haben unsere Frage nicht beantwortet.

Um Geld zu verdienen? Nur von meinen Referaten.

Ist das Ihre Haupteinnahmequelle?

Das ist meine einzige Quelle. Ich habe noch einige Patienten von früher. Aber das würde nicht zum Leben reichen.

Brauchen Sie denn überhaupt eine feste Einnahmequelle? Es müsste doch von Ihrer berühmten Familie ein ordentliches Vermögen vorhanden sein.

Ich habe kein Geld von meiner Familie, zero, null, gar nichts.

Gar nichts?

Es ist so. Mein Vater hat auch nichts. Zwar hat er einige Unterseeboote gebaut, was es ihm erlaubte, seine Familie durchzubringen. Aber er hat nie Reichtum angehäuft. Die Leute glauben immer, wenn jemand berühmt sei, habe er auch viel Geld. Das stimmt nicht.

Ihr Großvater hat als erster Mensch mit einem Ballon die Stratosphäre bereist, Ihr Vater stellte den Tiefenrekord mit einem U-Boot auf. Wie wächst man in so einer Familie auf?

Ich war immer von sehr starken Vorbildern umgeben. Das, was mein Vater und mein Großvater, aber auch deren Freunde – Taucher, Astronauten und Forscher – gemacht haben, kam mir total normal vor. Aber eigentlich machten sie unmögliche Sachen. Das zeigte mir, dass man seine Träume verwirklichen kann.

Worüber wurde bei den Piccards denn so am Mittagstisch diskutiert?

Mit meinem Vater habe ich über Wissenschaft und Erfindungen gesprochen. Er hat mir erklärt, wie er seine Unterseeboote baut. Gleichzeitig habe ich mit meiner Mutter sehr viel über Spiritualität, Psychologie und Philosophie gesprochen. Das waren zwei entgegengesetzte Pole, doch sehr spannend. Es hat lange gebraucht, bis ich beides in mir verbinden konnte.

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