Im Gespräch mit: Jochen Behle
„Zahnarzt ist schlimmer"

Man kann eine Brille vergessen, sich aus Versehen daraufsetzen oder sie verlieren. Besonders für Spitzensportler sind Gläser oder Kontaktlinsen einfach nur lästig. Im Interview spricht Skilanglauf-Bundestrainer Jochen Behle über die Vorteile des Laserns.
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Herr Behle, was gab den Ausschlag, dass Sie sich vor einem Jahr in Köln die Augen haben lasern lassen?

Um unseren Läufern während eines Rennens die richtigen taktischen Anweisungen geben zu können, muss ich das ganze Feld im Blick haben und alle Startnummern aus großer Entfernung erkennen können. Trotz nur minus 1,2 Dioptrien war ich dazu auf eine Brille angewiesen. Wenn es schneite, setzten sich dauernd Flocken auf die Gläser, schon war die Sicht behindert. Man kann eine Brille vergessen oder sich aus Versehen daraufsetzen. Ich fand sie am Ende einfach lästig.

War die Operation schmerzhaft?

Überhaupt nicht. Die Angst vieler Menschen vor dem Eingriff ist unbegründet. Eine Behandlung beim Zahnarzt ist viel schlimmer.

Kontaktlinsen waren keine Option?

Viele Sportler nutzen die Dinger, aber ich war nie ein Fan davon. Für Wintersportler sind sie im Training und Wettkampf unpraktisch. Bei großer Kälte besteht das Risiko, dass die Tränenflüssigkeit unter der Linse gefriert. Das ist äußerst schmerzhaft. Bei einem gelaserten Auge spielen solche Dinge keine Rolle.

Für welche Sportarten bietet sich das Lasern besonders an?

Neben den Wintersportlern für Schwimmer, Surfer und Segler. Das Risiko ist groß, dass ihnen Linsen oder die Brille davonschwimmen. Beim Fußball und Handball können Gläser und Gestelle kaputtgehen oder die Linsen aus dem Auge springen. Schützen, Biathleten und Golfer brauchen gar nicht erst anzutreten, wenn sie nicht exzellent sehen.

Sprechen Sie da aus eigener Erfahrung?

Ja, in meiner Freizeit spiele ich so oft wie möglich Golf. Da ich den Sport nie professionell gelernt habe, bin ich eher der unkonventionelle Typ: Ich haue einfach drauf, schlage allerdings so weit, dass ich immer Probleme hatte, den Ball zu verfolgen. Seit dem Lasern sehe ich viel besser, wo meine Bälle hinfliegen.

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