Im Innovationskreis bei Villeroy & Boch dürfen die Mitarbeiter ihren Gedanken freien Lauf lassen
„Auch verrückte Ideen sind erwünscht“

Ohne zündende Ideen gibt es keine Innovationen, das weiß jeder. Doch wie kommt man an die Geistesblitze, die zu pfiffigen Produkten führen? Beim Porzellan- und Keramikhersteller Villeroy & Boch treffen sich ausgewählte Mitarbeiter regelmäßig im so genannten Innovationskreis der jeweiligen Geschäftsbereiche. Dort dürfen sie ihren Gedanken freien Lauf lassen. „Hier ist das Herumspinnen ausdrücklich erwünscht. Auch Ideen, die auf den ersten Blick verrückt scheinen, werden ernst genommen“, sagt Peter Delwing, der sich in dem Traditionsunternehmen um das Innovationsmanagement kümmert und die strategischen Projekte koordiniert.

DÜSSELDORF. Wenn dann auch tatsächlich Vorschläge, die zunächst gar nicht in die Produkt-Strategie des Unternehmens passen, aufgegriffen und erfolgreich umgesetzt werden, ist das die beste Motivation, auch ungewöhnliche Ideen einzubringen. Als beispielsweise ein Mitarbeiter vorschlug, statt des traditionellen runden Geschirrs einmal Teller und Tassen mit eckigen Formen und Wellen zu entwerfen, kam das fast einer Revolution gleich. Denn das bisherige Produktionsverfahren, das im Prinzip der guten alten Töpferscheibe entspricht, kann nur runde Formen herstellen.

Weil sich die Innovationskreise der jeweiligen Unternehmensbereiche ständig austauschen, wanderte diese Innovation nicht in den Papierkorb, sondern wurde in ein trendiges Produkt umgewandelt. „Entscheidend war die Idee aus der Produktionstechnik, das in der Sanitärproduktion schon erfolgreich eingesetzte Druckgussverfahren auf die Geschirrproduktion zu übertragen“, berichtet Delwing. Mit dem neuen Produktionsverfahren gelang es den Technikern, nicht nur neue Formen herzustellen, die mit konventioneller Technik gar nicht oder nur in aufwendiger Einzelfertigung realisiert werden konnten, sie lösten sogar ein Problem, das bis dahin als unlösbar galt: Mussten die Henkel von Tassen früher in Handarbeit angeklebt werden, fertigt Villeroy & Boch Tassen und Becher heute aus einem Guss.

„Durch die neue, hochautomatisierte Fertigungstechnik in unseren Geschirrwerken in Torgau und Luxemburg sind wir nun Technologieführer in Europa und können so gegen Wettbewerber mit Produktionsstätten in Asien bestehen“, sagt der Innovationsexperte. Die neue Geschirrserie „New Wave“ ist im Laden der Renner. „Die Nachfrage ist so hoch, dass wir mit der Produktion kaum noch nachkommen“, freut sich Delwing.

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