Im Porträt: Roger Tsien
Forscher mit finanziellem Gespür

Roger Tsien ist nicht nur als Wissenschaftler erfolgreich. Mit den Patenten auf fluoreszierende Proteine, für die er jetzt den Chemie-Nobelpreis erhalten hat, machte der Forscher der Universität von Kalifornien ein Vermögen.

dpa HAMBURG. Roger Y. Tsien ist keiner der Wissenschaftler, die weltfremd im Elfenbeinturm der Wissenschaft vor sich hin werkeln. „Tsien ist eine sehr offene Persönlichkeit. Er ist außerordentlich kommunikativ“, sagt Roland Eils vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Der US-Amerikaner reise sehr viel und sei ein „fantastischer Forscher“. Mit den Patenten auf immer neue fluoreszierende Proteine habe er nicht nur wissenschaftliche Anerkennung gewonnen, sondern sei auch finanziell sehr erfolgreich.

Ein großer Vorteil Tiens sei sein Hang zu interdisziplinärer Arbeit, betont Oliver Griesbeck vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried. Er habe früh Optiker, Chemiker, Physiker und Elektroniker um sich geschart und fächerübergreifend gearbeitet, als das in der Forschung noch kaum ein Thema war.

Tsien wurde am 1. Februar 1952 in New York (USA) geboren. Er studierte Chemie und Physik in Harvard und promovierte 1977 an der Universität Cambridge (Großbritannien). 1981 nahm er eine Professur an der Universität von Kalifornien in Berkeley an, 1989 folgte der Wechsel nach San Diego an die Universität von Kalifornien.

Der US-Amerikaner erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Preis der American Heart Association für Grundlagenforschung (1995) sowie die Max-Delbrück-Medaille (2002). 1998 wurde er zum Mitglied der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften gewählt.

Es habe zwar Gerüchte aus „fragwürdigen Quellen“ gegeben, er habe aber nicht wirklich mit dem Preis gerechnet, sagte Tsien am Mittwoch beim Telefongespräch mit Stockholm. „Um ehrlich zu sein, die haben mich geweckt mit dem Nobel-Anruf. Es ist drei Uhr morgens hier in Kalifornien.

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