Immense Ausgaben für Forschung und Produktion
Chipbranche leidet unter hohen Kosten

Es ist nicht immer einfach, sich an die Gesetze zu halten. Das gilt auch für die Chipindustrie. Denn wenn die Produzenten künftig „Moore’s Law“ befolgen, wird sie das teuer zu stehen kommen. Alle 18 Monate werde sich die Leistung von Computerchips verdoppeln.

HB MÜNCHEN. Es ist nicht immer einfach, sich an die Gesetze zu halten. Das gilt auch für die Chipindustrie. Denn wenn die Produzenten künftig „Moore’s Law“ befolgen, wird sie das teuer zu stehen kommen. Alle 18 Monate, so hat der Halbleiterpionier Gordon Moore 1965 vorhergesagt, werde sich die Leistung von Computerchips verdoppeln. 40 Jahre lag Moore mit seiner Prognose richtig. Mit ihrem raschen Fortschritt ebneten die Halbleiterhersteller der gesamten IT-Branche den Weg.

Inzwischen stößt die Chipindustrie aber an Grenzen. Und die sind nicht nur technischer Art. Denn mit der Leistungssteigerung sind auch die Produktionskosten in gigantische Höhen geklettert. Experten warnen davor, dass in Zukunft unglaublich leistungsstarke Chips produziert werden, die aber viel zu teuer seien für den täglichen Gebrauch. Schon heute kosten Chipfabriken astronomisch viel Geld. Für seinen Fabrikneubau in Irland investierte Weltmarktführer Intel vergangenes Jahr zwei Milliarden Dollar. Bis Ende 2006 stecken die Amerikaner noch einmal dieselbe Summe in den Ausbau des Werkes, das nur eines unter vielen des Konzerns ist. Analysten prognostizieren, dass in zehn Jahren 40 Prozent der Halbleiteranbieter vom Markt verschwunden sein werden, weil sie mit den riesigen Anforderungen nicht mithalten können.

„Die Kosten klettern, die Chipdesigns werden komplexer, und immer mehr Funktionen werden auf einen Chip gepackt. Das werden künftig nur noch wenige Anbieter leisten können“, fürchtet Jim Tully vom amerikanischen Marktforscher Gartner. Schon heute verdienen selbst führende Chiphersteller kaum Geld. Die Münchener Infineon, immerhin Nummer vier weltweit, verbuchte im vergangenen Geschäftsjahr einen mageren Gewinn von 61 Millionen Euro bei einem Umsatz von mehr als sieben Milliarden Euro.

Von einem Ende von „Moore’s Law“ will die Chipindustrie dennoch nichts wissen. Das Gesetz, das im streng naturwissenschaftlichen Sinne nie eines gewesen ist, gelte nach wie vor, betonen Intel-Manager bei jeder Gelegenheit. Intel sieht sich als Hüter von „Moore’s Law“. Denn drei Jahre nachdem der US-Ingenieur seine Ideen in der Zeitschrift „Electronics“ publiziert hatte, gründete er 1968 das kalifornische Unternehmen. Intel ist heute mit einem Umsatz von mehr als 30 Milliarden Dollar und einer Marktkapitalisierung von über 140 Milliarden Dollar der mit Abstand bedeutendste Chiphersteller der Welt. In vier von fünf PCs werden die Produkte der Kalifornier eingebaut.

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