Impfstoffentwicklung
G7 treiben Malariaforschung voran

Die Regierungen der sieben größten Industriestaaten (G7) wollen die Entwicklung und Produktion neuer Impfstoffe und Medikamente gegen Malaria, Tuberkulose und Aids fördern. Die G7-Finanzminister billigten am Wochenende eine entsprechende Initiative des italienischen Finanzministers Giulio Tremonti. Die Pharmabranche reagierte allerdings skeptisch auf den Vorstoß.

BERLIN/ZÜRICH/LONDON.Tremontis Vorschlag sieht vor, dass die G7 der Pharmaindustrie die Abnahme neuer wirksamer Medikamente gegen diese Krankheiten zu fairen Preisen garantieren, um sie dann an Entwicklungsländer verbilligt weiter zu leiten. Für die Industrie lohnt sich die Entwicklung von Medikamenten gegen Malaria kaum, weil diese Krankheit fast ausschließlich in Entwicklungsländern vorkommt, wo die Forschungskosten nicht über den Medikamentenpreis zurückverdient werden können.

Die Finanzminister seien sich einig, zunächst Pläne für ein Pilotprojekt mit einem Etat von einer Mrd. Dollar auszuarbeiten, das dem nächsten G7- Treffen im April in Washington vorgelegt werden soll, sagte Tremonti. Allerdings äußerte sich der italienische Minister sehr viel optimistischer als Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD). „Unser Plan wurde voll gebilligt“, sagte Tremonti. „Das Thema wird weiter diskutiert“, sagte Steinbrück in London dem Handelsblatt. Es seien noch keine detaillierten Beschlüsse gefasst worden. Zunächst sei nun eine genaue Analyse des Plans notwendig. Über mögliche Beiträge Deutschlands zu reden, sei viel zu früh.

Die Abnahmegarantie soll anstelle des britischen Vorschlags treten, die Impfstoffentwicklung über Kredite der Industriestaaten zu finanzieren. Dieses Projekt wurde zwar auf dem G7-Gipfel im Juli im schottischen Gleneagels beschlossen – Deutschland, die USA und Japan sagten aber keine Finanzierung dafür zu. In deutschen Delegationskreisen hieß es, man stehe dem Projekt Abnahmegarantie grundsätzlich positiv gegenüber, es komme aber sehr auf die Ausgestaltung an – und darauf, wie die Industrie auf den Vorschlag reagiere. Die Regierung wolle nun zunächst das Gespräch mit der Industrie suchen, hieß es.

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