Indoor-Navigation
Die Wegweiser

Große Kliniken, Firmen oder Flughäfen gleichen oft Irrgärten. Tobias Donaubauer und Karl Weick reichen Verirrten die Hand und führen sie heraus aus der Orientierungslosigkeit: Der Informatiker und der Marketingmann bauen und vertreiben das Indoor-Navi der Zukunft und steigen dabei in den falschen Zug nach Ingolstadt.

Diese Bahnfahrt werden Tobias Donaubauer und Karl Weick so schnell nicht vergessen. Nach ihrer Präsentation vor der Weconomy-Jury wollten sie von Düsseldorf nach Ingolstadt ins heimische Frankenland fahren. Erst nach gut zweieinhalb Stunden fiel den Unternehmern auf, dass sie im falschen Zug saßen. Nicht, dass sie die Jury bis zur Erschöpfung getriezt hätte. Es war eine schnöde Zeitungsannonce anlässlich des Starts des neuen iPhone 3G, die den Gründern die Aufmerksamkeit raubte – und jede Orientierung vernebelte.

„Das ist eine Steilvorlage für unser System“, sagt Karl Weick, noch Tage später restlos begeistert. Schließlich kann das neue Gerät genau das, was die beiden am Bahnhof gut hätten gebrauchen können: Es ortet und leitet seinen Besitzer nicht nur über das satellitengestützte GPS-System, sondern auch über lokale Funknetze. „So werden Navigationsprogramme ganz spielerisch zur Gewohnheit werden – und zwar auch für die breite Masse“, hofft Weick.

Klar: Im Auto ist ein Navigationsgerät längst üblich. Die schöne Unterstützung reicht bis zum Parkplatz. Spätestens in Gebäuden ist es mit dem bequemen Zurechtfinden via Satellitentechnik jedoch vorbei. Und hier setzen Weick und Donaubauer an: Mit ihrer Firma Infsoft vertreiben sie Software, die über W-Lan-Funknetze für Orientierung in Gebäuden sorgt. Die Programme lassen sich den Gründern zufolge auf beliebige Smartphones aufspielen. „Das hat Dimensionen, die wir noch gar nicht erahnen können“, sagt Weick – und man spürt den Marketingmann in ihm.

Der Vertriebsprofi Weick und das Programmiergenie Donaubauer – nicht nur auf den ersten Blick geben die beiden ein höchst ungleiches Paar ab: Bei 35 Jahren Altersunterschied denkt man fast an eine Vater-Sohn-Konstellation.

Der 26-jährige blonde Wuschelkopf Donaubauer war der eigentliche Ideengeber: In nur sechs Semestern zog er sein Informatikstudium durch und gründete sofort darauf Infsoft – mit gerade einmal 23 Jahren. Den naturgemäßen Mangel an Erfahrung kompensiert Weick. Dunkelhaarig und braungebrannt, bringt er drei Jahrzehnte Marketing- und Vertriebspraxis aus der Chemieindustrie mit. Vor dem Einstieg in das Start-up war Weick bei einem Dax-Unternehmen tätig.

Zumindest im Beisein Dritter pflegen sich die beiden sehr förmlich zu siezen. Dabei kennen sie sich schon seit drei Jahren: Weick traf den Existenzgründer beim Nürnberger „Netzwerk Nordbayern“, einer Initiative für Jungunternehmer, bei der Weick als Ratgeber auftrat.

Tobias Donaubauer kam ins Gespräch mit dem Senior. Immerhin hatte Donaubauer bereits für das Uniklinikum Würzburg einen interaktiven Gebäudeplan im Internet programmiert. Allerdings tat er sich schwer mit Folgeaufträgen, die er damals vor allem bei Kaufhäusern und Einkaufzentren witterte. Die Idee: Kunden zum richtigen Regal führen.

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