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Infektionen durch Noro-Virus nehmen zu

Das Robert Koch-Institut rechnet in diesem Winter mit einer massiven Zahl von Infektionsfällen durch das ansteckende Noro-Virus. Allein in der letzten Novemberwoche seien bundesweit 3 003 neue Infektionen registriert worden, sagte Instituts-Sprecherin Susanne Glasmacher in Berlin.

dpa BERLIN. Das Robert Koch-Institut rechnet in diesem Winter mit einer massiven Zahl von Infektionsfällen durch das ansteckende Noro-Virus. Allein in der letzten Novemberwoche seien bundesweit 3 003 neue Infektionen registriert worden, sagte Instituts-Sprecherin Susanne Glasmacher in Berlin.

Die schweren Brechdurchfälle seien gerade für Kinder und ältere Menschen gefährlich. Die Zahl der gemeldeten Infektionsfälle nehme stark zu.

Insgesamt wurden laut Institut deutschlandweit in diesem Jahr bislang 43 298 Erkrankungen durch das Noro-Virus registriert. Damit zeichne sich eine ähnlich ungewöhnliche Häufigkeit wie im Winter 2002/2 003 ab, sagte die Sprecherin. In Berlin meldeten die Ärzte in diesem Jahr bislang 2 324 Erkrankungsfälle mit dem Noro-Virus.

Die Krankheit verlaufe normalerweise nicht tödlich, sagte Glasmacher. Gerade Ältere, die ohnehin oft nicht genug trinken, könnten aber durch den Flüssigkeitsverlust regelrecht „ausdörren“, wenn sie keine ärztliche Hilfe suchten. Das Virus trete auch gehäuft in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen auf. Deshalb sei eine verschärfte Hygiene nötig.

Die „Berliner Zeitung“ berichtete am selben Tag, die Feuerwehr in der Hauptstadt habe in einem Rundschreiben alle Rettungssanitäter angewiesen, bei Patienten, die unter Durchfall und Erbrechen leiden, Schutzkittel, Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe zu tragen.

Das auch unter dem Namen Norwalk bekannte Noro-Virus werde über Fäkalien und Erbrochenes übertragen, hieß es. Die Symptome würden normalerweise spätestens nach 42 Stunden wieder abklingen, sagte Sprecherin Glasmacher. Die Erkrankung beginne mit abrupt einsetzendem, heftigen Erbrechen. Das Virus komme zwar das ganze Jahr über vor, in den Wintermonaten trete es aber gehäuft auf.

Laut Institut gibt es Hinweise auf das Zirkulieren einer neuen Virusvariante. Dieser für Europa neue Typ sei auch für einen Ausbruch von Noro-Viren in den Niederlanden im Sommer 2004 verantwortlich gewesen, bei dem 250 Teilnehmer eines Sommercamps erkrankten.

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