Innovation
Ein Spürhund für Entzündungen

An künstlichen Gelenken und Implantaten können sich gefährliche Bakterien ansiedeln. Forscher haben nun einen „fluoreszierenden Spürhund“ dafür entwickelt: ein Antibiotikum, das leuchtet, wenn es auf Bakterien trifft.
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London/BerlinEine Art fluoreszierenden Spürhund für Entzündungen im Körper haben niederländische Wissenschaftler entwickelt. Das mit einem Farbstoff gekoppelte Antibiotikum markiere Bakterien so, dass sie sich mit einer Spezialkamera von außen erkennen ließen, berichten sie im Fachmagazin „Nature Communications“.

In Versuchen mit Mäusen hob sich infiziertes Gewebe mit seinem orangen Leuchten deutlich von den gesunden Bereichen ab. Auch erste Tests mit menschlichem Gewebe seien erfolgreich verlaufen, berichten die Forscher. Denkbar sei der Einsatz etwa beim Aufspüren gefährlicher Entzündungen an künstlichen Gelenken oder anderen Implantaten.

Die Wissenschaftler um Maarten van Dijl von der Universität Groningen (Niederlande) nutzten das Antibiotikum Vancomycin, das bei bakteriellen Infektionen des Weichgewebes gut erprobt ist. Sie koppelten die Substanz mit einem fluoreszierenden Farbstoff. Mäusen wurden dann verschiedene Arten von Bakterien injiziert, die Muskelentzündungen hervorrufen. Um den Erfolg der neuen Methode prüfen zu können, wurden lumineszierende Erreger verwendet.

Zwei Tage nach Infektion der Tiere bekamen diese geringe Dosen des fluoreszierenden Antibiotikums injiziert. 24 Stunden darauf ließ sich anhand orange gefärbter Körperstellen erkennen, wo das Antibiotikum auf Bakterien getroffen war - allerdings nicht bei allen Erregern gleich gut. Bakterien wie Staphylococcus aureus wurden sicher aufgespürt, nicht aber anders strukturierte Erreger wie Escherichia coli.

Die Fluoreszenz halte mindestens 24 Stunden an, weil das Antibiotikum nur niedrig dosiert sei und keine Bakterien abtöte, sagte Studienautor Jan Maarten van Dijl. Erste Farbsignale ließen sich schon einige Stunden nach der Injektion von Bakterien beobachten.

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Ein Spürhund für Entzündungen

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Keine Strahlenbelastung

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