Innovation
Nanokapseln sollen zu Tumorkillern werden

Die Chemotherapie ist oft das Mittel der Wahl im Kampf gegen Krebs. Doch die Behandlung geht mit schweren Nebenwirkungen einher. Mit Nanotechnologie wollen Mediziner Tumorzellen künftig gezielter bekämpfen.
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DüsseldorfDie Liste der möglichen Nebenwirkungen einer Chemotherapie ist lang: Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Infektionsanfälligkeit. Viele Krebspatienten leiden unter den starken Begleiterscheinungen der Behandlung, bei der hochdosierte Medikamente verabreicht werden, um Tumorzellen zu bekämpfen. Denn die Wirkstoffe greifen auch gesundes Gewebe an.

Mit einer neuen Methode wollen Forscher vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) in Potsdam den Teufelskreis durchbrechen: Sie verwenden Nanopartikel als Transportvehikel für den Krebs-Wirkstoff.

Da die Partikel aufgrund ihres Aufbaus Zellen ähneln, eignen sie sich, um Arzneistoffe gezielt zum Tumor zu schleusen, dort anzudocken und bösartige Zellen zu vernichten. Das Prinzip ähnelt der Technik, die in den 1990er Jahren von dem Franzosen Patrick Couvreur entwickelt wurde. Couvreur erhielt dafür in diesem Jahr den Europäischen Erfinderpreis in der Kategorie Forschung.

Die Fraunhofer-Forscher setzen für ihre 200 bis 250 Nanometer großen Wirkstoffträger auf biologisch abbaubare sogenannt Lipidcarrier, die sich nach der Anwendung im Körper zersetzen. Die Hülle dieser Nanopartikel ist mit Erkennungsmolekülen bestückt ist, die besonders gut mit Tumorzellen wechselwirken.

Die Wissenschaftler beladen diese Carrier mit Doxorubicin, einem in der Chemotherapie häufig verwendeten Krebsmedikament. Das Tensid Sodium Tetradecyl Sulfat (STS) sorgt dafür, dass der Wirkstoff besser aufgenommen wird.

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Im Labortest erfolgreich

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  • Wie erklären sie dann die an Fossilien von Anthropoden gefunden Tumorreste, Georgie? Haben unsere Vorfahren im Ostafrikanischen Graben ein Kernkraftwerk betrieben? Krebs gibt es, seit es Säugetiere gibt. Und je mehr Menschen, desto mehr Krebsfälle.

  • wären wir vergiftet und verstrahlt würden wir im Durchschnitt nicht so alt werden.
    Würden wir nicht so alt werden, hätten wir auch weniger Krebs

  • Das wird nur eine Zusatzeinnahme, ich glaube auf den Umsatz die in der "krebsindustrie" gemacht werden wird Pharma/Krankenhaus nicht verzichten wollen; allein all die Arbeitsplätze die nur an dieser Krankheit die im Endeffekt von uns selbst verstärkt wird geschaffen werden.

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