Innovative Brillen Den Blick geschärft

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Die hochgenaue Vermessung der Augen dauert wesentlich länger als herkömmliche Methoden. Das sogenannte I-Profiler-Verfahren von Zeiss beispielsweise kombiniert die klassische subjektive Brillenglasbestimmung und einer sogenannten Wellenfront-Messung. Es vermisst die Augen unabhängig voneinander und auch – wie beim Sehen in der Dunkelheit – bei erweiterter Pupille. Dabei werden auch individuelle Augen-Merkmale bestimmt, die das Sehen bei ungünstigen Beleuchtungsverhältnissen beeinflussen.

„Der Aufwand lohnt sich“, sagt der Marketingleiter von Carl Zeiss Vision. Mit den Zusatzinformationen könnten Brillengläser erstmals so auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmt werden, dass dieser vor allem in der Dämmerung und Nacht deutlich besser sehen könne, so Maik Hartung. Da es sich bei I-Scription um ein mathematisches Optimierungsverfahren für die Produktion handelt, kann der Optiker es den Kunden ähnlich wie eine Entspiegelung als Extra verkaufen. Der Preis sei vergleichbar hoch, so Hartung.

Auch bei den Gleitsichtbrillen hat sich im Glas einiges getan. „Die Technologie kann man mit der von vor zehn Jahren gar nicht mehr vergleichen“, sagt Ellen Zimmermann vom Münchner Brillen-Hersteller Rodenstock. Diese Gläser seien mittlerweile so gut verträglich, dass auch damit auch langes, konzentriertes Bildschirmarbeiten gut zu bewältigen sei. „Neben Dioptrien und Zylinder fließen bei der Fertigung individualisierter Gleitsichtgläser eine Menge weiterer Parameter in die Berechnung ein“, so Zimmermann.

Bei der Produktion der Gläser können die Hersteller inzwischen auch persönliche Sehgewohnheiten berücksichtigen. „Das ist besonders praktisch für spezielle Gleitsichtbrillen für Bildschirmarbeitsplätze“, sagt Wolfgang Wesemann, Leiter der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln. Im herkömmlichen Gleitsichtglas gibt es große Zonen für den Nahbereich und große Zonen für die Ferne. Hingegen fällt der für das Arbeiten am Computer wichtige mittlere Sehbereich relativ schmal aus. Beim Glas für die PC-Arbeit liegt der Schwerpunkt auf der Kurz- und Mitteldistanz. „Das ist optimal für den Augenabstand zur Tastatur und den Computerbildschirm“, so Wesemann.

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