Innovative Maschinen
Druckbranche trotzt der Flaute mit frischen Ideen

Duftende Broschüren, täuschend echte Bilder: Mit solchen Veredelungen positionieren sich mittlerweile eine ganze Reihe von Druckbetrieben im Wettbewerb. Wenn sich vom 29. Mai bis zum 11. Juni in Düsseldorf die Druck- und Medienindustrie zur Drupa trifft, wird es noch mehr Innovationen zu sehen geben.

DÜSSELDORF. Wer die neue Broschüre des Hockenheimrings in den Händen hält, kann sie nicht nur lesen, sondern auch riechen: Beim Reiben verströmt sie einen Geruch von Benzin und verbranntem Gummi. Aufmerksamkeit ist den Betreibern der Rennstrecke gewiss. Auch das neue Werbematerial von Coca-Cola dürfte für Aufsehen sorgen, denn die Brauseflasche auf der Karte wirkt täuschend echt und eisgekühlt. Die Hersteller erzielen den Effekt mithilfe einer speziellen Lackierung der Wassertropfen.

Mit solchen Veredelungen positionieren sich mittlerweile eine ganze Reihe von Druckbetrieben im Wettbewerb. Wenn sich vom 29. Mai bis zum 11. Juni in Düsseldorf die Druck- und Medienindustrie zur Drupa trifft, wird es noch mehr Innovationen zu sehen geben. Ungetrübt ist die Stimmung allerdings nicht: Kostendruck, Dollarschwäche und der derzeit nur moderate Absatz werden viele Diskussionen beherrschen. Die Druckmaschinenhersteller müssen hohe Stahlpreise verkraften, den Druckereien setzen die gestiegenen Kosten für Energie und Papier zu.

Nach Prognosen der Mittelstandsbank IKB hat die Branche in den nächsten zwei Jahren nur ein Umsatzwachstum von 1,5 Prozent pro Jahr zu erwarten. Das Ifo-Institut und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung gingen im März noch von 1,6 bis 1,8 Prozent Wachstum für 2008 aus. „Es wird sich zeigen, wie die Hersteller die Teuerung der Produktion abfedern – oder sie an ihre Kunden weitergeben“, sagt Ronald Schaul, Professor für Drucktechnik an der Stuttgarter Hochschule der Medien.

Trotz aller Sorgen – die Stimmung in der Branche ist eher optimistisch. Seit der Drupa 2004 hat der Druckmaschinenbau vom weltweiten Wirtschaftsaufschwung profitiert. Drei von vier Maschinen verkauft die Branche im Ausland. Die Inlandsproduktion lag mit 6,1 Mrd. Euro um 30 Prozent über dem Niveau von 2003. Im wichtigsten Segment Bogenoffsetdruck kommen die drei größten Hersteller Heidelberger Druckmaschinen, MAN Roland und Koenig & Bauer (KBA) auf einen Weltmarktanteil von zwei Dritteln.

Die Unternehmen haben sich eine starke Stellung erarbeitet – und müssen sie nun verteidigen. „Im Jahr 2007 stagnierte das Auftragsgeschäft der Druckmaschinenbauer“, sagt Markus Heering, Geschäftsführer des Fachverbands Druck- und Papiertechnik im VDMA. „Doch für 2008 rechnen wir wieder mit einem kleinen Umsatzplus von etwa zwei Prozent“. Trotz der Trendwende hält Heering die Lage für schwierig: Die Konjunkturflaute in den USA mindere erheblich die Exportchancen. Mit 15 Prozent Marktanteil gelten die USA als wichtigster Abnehmer. Zudem konkurrieren die deutschen Firmen zunehmend mit asiatischen Anbietern von billigen Maschinen.

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