Innovative Unternehmen
Eine grüne innovative Patenschaft

Mit völlig neu entwickelten Solarmodulen will sich der Halbleiterhersteller Applied Materials den Markt für Sonnenenergie erschließen. Noch macht die Solarsparte nur einen Bruchteil des Konzernumsatzes aus, doch das könnte sich bald ändern - die Nachfrage ist bereits groß.

ALZENAU. Warum das Rad neu erfinden, wenn es anders geht? Das haben sich vor einiger Zeit die Forscher des US-Konzerns Applied Materials, ein Hersteller von Maschinen von zur Produktion von Halbleitern gefragt. Das Know-how aus der Halbleitersparte, es müsste doch auch für die Herstellung von Solarmodulen zu nutzen sein, dachten sie. Und schritten zur Tat. Eines der Ergebnisse: eine Produktionslinie, mit der Dünnschicht-Solarmodule hergestellt werden können, die vier mal größer sind als die heutigen Solarzellensubstrate (Glasscheiben für Solarzellen).

„Das war nur möglich, weil wir das Wissen aus der Wafer-Fertigung und der Flachbildschirm-Produktion auf das Thema Solarzellen übertragen haben“, berichtet Winfried Hoff-mann, Technikchef der Solar Business Group von Applied Materials. Und kommt gewaltig ins Schwärmen: „Das ist nur ein Beispiel für die so oft beschworene Technikkonvergenz."

Die Konvergenz, sie ist beim Rundgang durch die Fertigungshallen in Alzenau bei Hanau zu spüren und zu sehen. Riesige Maschinen werden dort zusammengeschraubt – für die Chip-Industrie könnte man denken, wenn man es nicht besser wüsste. Die ersten beiden solcher Groß-Produktionslinien sind für Indien und Spanien bestimmt. „Die Nachfrage ist groß“, freut sich Hoffmann.

Die Solarzellen-Produktion bei Applied Materials ist ein Paradebeispiel, wie durch kontinuierliche Innovationen und die geschickte Nutzung von Wissen aus anderen Bereichen ein neuer Markt geschaffen werden kann. Sicher, Energieerzeugung mit Hilfe von Sonnenstrahlen ist nicht wirklich neu. Aber bislang sind die Module teuer, ihr Wirkungsgrad beschränkt, so dass die Erzeugerkosten – auch Gestehungskosten genannt – mit herkömmlichen Energieträgern kaum konkurrieren können. So lange das so war und ist, gibt es für die Solarzellen zwar einen Markt, aber eben einen überschaubaren.

Doch nicht mehr lange, davon ist Hoffmann überzeugt. „Spätestens 2015 werden wir in der Lage sein, mit Solaranlagen auf Dächern in südlichen Ländern Strom zu erzeugen, dessen Gestehungskosten mit den Preisen der Energieunternehmen konkurrieren kann“, ist der Manager zuversichtlich. Es sind erneut die Erfahrungen aus der Chipfertigung, die Hoffmann in seiner Einschätzung bestärken. In der Mikroelektronik gilt seit nunmehr 30 Jahren das bekannte Mooresche Gesetz, wonach die Speicherdichte eines Chips alle 18 Monate verdoppelt wird. Analog dazu verspricht Hoffmann: „Wir werden in der Solar-Technik die Kosten innerhalb von elf Jahren halbieren.“

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