Insektenforschung
Roboterbienen könnten Leben retten

Die Polizei schickt einen Schwarm Roboterschmetterlinge aus, um ein Drogenversteck zu entdecken, nach einem Erdbeben suchen Roboterbienen in den Trümmern nach Überlebenden: Was sich wie Details aus einem Science-Fiction-Roman anhört, ist für japanische Wissenschaftler das Ziel ihrer Forschung.
  • 0

TOKIO. Das Team von Ryohei Kanzaki, Professor an der Universität Tokio, erforscht die Gehirne von Insekten, um sie für Überwachungsaufgaben nachbilden zu können. "In der Zukunft wird es möglich sein, Gehirne von Insekten mit elektronischen Schaltungen nachzubilden. Damit könnten wir ein echtes Gehirn kontrollieren, indem wir seine Verschaltung verändern", sagt der Professor, der sich seit drei Jahrzehnten mit der Funktionsweise von Insektengehirnen befasst.

Erste Ergebnisse kann sein Forscherteam bereits vorweisen: Den Wissenschaftlern gelang es, das Gehirn eines Seidenspinnermännchens so zu verändern, dass es statt auf den Geruch eines anderen Falters auf Licht reagiert. Dies sei der erste Schritt auf dem Weg, eines Tages Insekten nach Drogen oder Landminen suchen zu lassen, sagt Kanzaki.

Für ein anderes Experiment haben die Forscher einen männlichen Seidenspinner vor ein Gefährt gespannt, das wie ein batteriebetriebenes Spielzeugauto aussieht. Mit weiblichen Duftstoffen motivierten die Wissenschaftler den Falter, das Auto nach rechts oder links zu lenken. Das Insekt konnte sich dabei schnell Veränderungen anpassen, wenn die Steuerung zum Beispiel so manipuliert wurde, als hätte das Wägelchen einen platten Reifen.

Kommentare zu " Insektenforschung: Roboterbienen könnten Leben retten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%