Intelligente Stoßdämpfer-Systeme
Fahrer lenkt, Fahrwerk denkt

Bei jedem neuen Modell stehen die Automobilentwickler vor der gleichen entscheidenden Frage: Wie wird das Fahrwerk abgestimmt – hart oder weich? Soll man die von der Straße verursachten Schwingungen der Räder durch sportlich-straff eingestellte Stoßdämpfer gering halten oder lieber die Dämpfung komfortabel und weich auslegen – und damit Nachteile bei Fahrsicherheit und Dynamik in Kauf nehmen?

HB DÜSSELDORF. Diese Frage könnte bald der Vergangenheit angehören, hoffen Fahrwerk-Spezialisten wie ZF, Temic und Delphi. Sie arbeiten an neuartigen Fahrwerken, die alle Eigenschaften vereinen können – und so komfortabel und sicher zugleich sind. Der Grund: Das Fahrzeug denkt mit und passt die Fahrwerksauslegung automatisch optimal der Straßenlage an.

Wegweisend auf dem Gebiet solcher aktiven Fahrwerke ist das elektronische Dämpfungssystem CDC (Continuous Damping Control) der dritten Generation der ZF Sachs AG aus Schweinfurt. Durch die Fahrwerksanpassung während der Fahrt wird nach Unternehmensangaben die Bodenhaftung der Reifen erhöht und so der Bremsweg verringert.

Die Hauptrolle beim CDC spielen stufenlos variable Stoßdämpfer, die blitzschnell von hart auf weich umschalten können. Sie erhalten alle zwei Millisekunden Befehle von einem Steuergerät, das mittels Sensoren nicht nur die Geschwindigkeit, die Querbeschleunigung und den Beladungszustand des Fahrzeugs überwacht, sondern auch die Gaspedalbewegung und den Straßenzustand. Eine Elektronik ermittelt daraus den Dämpfungsbedarf für jedes einzelne Rad. Dabei richtet sie sich nach dem so genannten Skyhook-Prinzip. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass der Federungskomfort dann optimal ist, wenn die Karosserie in einer stabilen Position gehalten wird. Das Fahrzeug soll so ruhig gehalten werden, als sei es am Himmel (sky) befestigt (hooked).

Bei durchschnittlicher Beladung und normaler Fahrt ist die Dämpfung weich. In schwierigen Fahrsituationen – etwa durch volle Beladung, schlechte Straßen, Kurvenfahrten, rasche Spurwechsel oder starkes Bremsen – reagiert das System sofort und passt die Dämpfung automatisch an. Durch die minimierte Radschwingung wird der Bodenkontakt nicht unterbrochen und die Straßenhaftung verbessert. So bleibt das Fahrzeug in der Spur, reagiert stabiler bei Ausweichmanövern und hat eine geringere Seitenneigung.

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